Pylonen und andere optische Hilfsmittel für die Bodenarbeit

Bei der Bodenarbeit wird heutzutage sehr gerne mit Pylonen und anderen optischen Hilfsmitteln gearbeitet. Ich arbeite oft vor allem mit kleinen Pylonen und habe diese sogar noch blau und gelb „optimiert“. Diese beiden Farben sollen von Pferden ja besonders gut wahrgenommen werden.

 

Doch als ich kürzlich auf ein Video von Hans-Jürgen Neuhauser gestossen bin, dessen Methode ich selber bald auch ausprobieren möchte, ist mir folgendes aufgefallen: Oftmals setzen wir bewusst oder unbewusst voraus, dass sich unsere Pferde auch an diesen Hilfsmitteln orientieren. Doch machen wir es uns da nicht zu einfach?

 

Auf der einen Seite finde ich es gut und wichtig einem Pferd zu zeigen, dass eine Pylone, Stange oder Dualgasse nichts gefährliches ist. Gerade letztere können dem Pferd sehr gut helfen die eigene Balance zu finden. Doch wir sollten dabei nicht vernachlässigen, dass wir möglichst präzise mit unserem Pferd durch Körpersprache und/oder andere Signale kommunizieren sollten. Denn wenn ein Pferd die aufgestellten Pylonen eher als Kegel missbraucht, dann ist das oftmals amüsant und zeigt aber spätestens beim zweiten Blick, dass hier mehr an der feinen Kommunikation gearbeitet werden sollte. Denn dadurch bleiben die Pylonen heil und das Pferd wird sicherlich auch froh darüber sein, dass wir unsere Wünschen klar „formuliert“ haben ohne eine Übung oftmals wiederholen zu müssen, da das Pferd zuvor doch lieber sein Talent zu kegeln auslebte. Für uns Menschen übernehmen Pylonen und Co. dann wieder vor allem die Aufgabe uns zu zeigen wie gut die Abstimmung unserer Hilfengebung bereits ist.

 

Man sollte sich daher bei der Arbeit mit optischen Hilfsmitteln überlegen, was genau damit erzielt werden soll. Auf jeden Fall sollte man das Pferd aber aktiv begleiten und nicht denken, dass diese Hilfsmittel uns einen Teil der Arbeit abnehmen. Sicherlich können sie eine sinnvolle Unterstützung sein. Aber ohne entsprechende Führung durch den Menschen machen wir es uns doch schnell etwas einfach dem Pferd vorzuwerfen nicht richtig bei der Sache zu sein.

 

Auch bei diesem Thema ist der Weg wieder einmal das Ziel. Eine Kommunikation mit feinsten Signalen lernt man sicherlich nicht von heute auf morgen. Dies bedarf viel Übung vor allem Seitens des Menschen. Doch wer diesen Weg geht wird schnell merken, dass es sich lohnt.

Verschiedene Bodenhindernisse in der Übersicht
Verschiedene Bodenhindernisse in der Übersicht

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