Dem Pferd Zäumungen erklären

Ich freue mich einen Isländer-Wallach und seine Besitzerin auf dem gemeinsamen Weg begleiten zu dürfen. Wir haben bereits viel erarbeiten können und so läuft der kleine Wallach bereits deutlich besser an der Longe und gewinnt nach und nach grössere Balance. Auf den gut gepolsterten Kappzaum reagiert sehr fein, sowie auch auf die Körpersprache des Pferdeführers. Seit kurzem schauen wir uns nun auch das Reiten an. Da er mit dem aktuellen Gebiss nicht so gut klarkommt, er reagiert mit Abwehrreaktionen bereits auf kleines Zügel annehmen, haben wir angefangen ihn mit dem Kappzaum zu reiten. Doch was am Boden bereits sehr gut funktioniert, ist in diesem Fall nicht so leicht in den Sattel zu übertragen. Er liegt auf dem Zügel, reagiert vor allem auf seitliche Einwirkung entweder kaum oder mit Gegendruck.

 

Man könnte nun sagen "Stures Pony, der will einfach seinen eigenen Kopf durchsetzen". Das finde ich aber ist nicht der Fall! Der Wallach versteht meiner Meinung nach die Hilfen vom Sattel aus einfach noch nicht. All seine Feinheit scheint hier verloren oder eben noch nicht etabliert. Ich bin aber der Überzeugung, dass diese Leichtigkeit auch vom Sattel aus erreicht werden kann. Zwar muss man auch berücksichtigen, dass nicht jeder Zäumung, ob gebisslos oder nicht, für jedes Pferd passt. Aber jede Zäumung muss einem Pferd erklärt werden und man muss an der Kommunikation zwischen Reiter und Pferd arbeiten. Was man nicht sollte ist einfach dazu übergehen eine schärfere Zäumung zu nutzen, da hier alles so einfach erscheint. Dies ist dann nämlich nur die halbe Wahrheit.

 

Dies zeigt wieder einmal, dass wir nichts für selbstverständlich nehmen sollten. Sogenannte Widersetzlichkeiten zeigen, dass das Pferd etwas nicht kann (körperlich) oder etwas nicht versteht (mental). Beides muss hinterfragt und nach besten Möglichkeiten daran gearbeitet werden. Niemals ist das Pferd schuld, niemals wollen sie uns ärgern. Wenn überhaupt, dann zeigen Sie uns unsere eigenen Grenzen und halten uns den berühmten Spiegel vor.

 

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