Pferdeweiden strukturieren

Für Ihre Pferde steht Ihnen eine einizige Weide zu Verfügung, die klein zum unterteilen ist und wo das Gras keine Chance zu wachsen hat, weil die Pferde jeden Tag dort sind? Ihrem Pferd soll es nicht an Bewegung fehlen, aber kein Gras ist eben auch nicht optimal? Vielleicht können sie durch ein bisschen Struktur beides erreichen: ausreichend Platz für Bewegung und trotzdem wieder Gras. Die Idee ist an das Prinzip des "Paddock Paradis" angelehnt. Die Weide wird dafür so strukturiert, dass es einen Rundlauf für die Bewegung gibt und einen abgetrennten Bereich, in dem das Gras eine Chance hat nachzuwachsen. Ist das Gras erst einmal gewachsen, können die Pferde entweder stundenweise in den Bereich gelassen, oder Bereiche umgezäunt werden. Dies ist eher für Weidenbesitzer gedacht. Denn das Padock Trail an sich, ist eher eine dauerhaft strukturierte Lösung für Offenställe und weniger ein  mobiles Weidekonzept. Ich habe versucht die Idee in Zeichnungen zu erklären.

 

In der Zeichnung 1 sieht man den Grundaufbau am Tag 0, wenn es noch kein Gras auf der Weide gibt. Die ganz äussere Umrandung zeigt die Grenzen der Weide. In der Mitte ist ein Bereich eingezäunt, in dem das Gras wachsen soll. Rundherum entsteht dadurch ein Rundlauf, der den Pferden frei zur Verfügung steht.

Weidenstrukturierung 1
Weidenstrukturierung 1
Beim Rundlauf ist wichtig zu beachten, dass der Gang zwischen Weidengrenze und Grasfläche nicht zu eng ist. Die Pferde sollten die Möglichkeit haben sich gegenseitig auszuweichen. Je mehr Pferde auf der Weide sind, vor allem wenn die Gruppe nicht immer sehr harmonisch ist, desto mehr muss dieser Punkt beachtet werden.
 
In der zweiten Zeichnung sieht man, wie die Umzäunung der Grasfläche über die Zeit verändert werden kann. Dabei werden bewachsene Bereiche frei gegeben und in einzelnen Fällen noch nicht bewachsene Bereiche neu eingezäunt, damit auch hier wieder etwas nachwachsen kann. Ich habe hier das Heu nicht mehr mit eingezeichnet. Es ist aber natürlich auch möglich weiterhin Heu zu füttern. Dies kann entweder auf dem Rundlauf verteilt, oder in Netzen aufgehängt werden. Letzteres macht vor allem Sinn, wenn der Boden immer sandiger wird und die Gefahr besteht, dass vermehrt Sand gefressen wird. Wenn für das Heu etwas festes auf der Weide installiert werden soll, bitte im Vorfeld abklären, ob dies erlaubt ist. Es sollte aber auch hier Möglichkeiten geben, ein flexibles System aufzustellen. Für die generelle Strukturierung gehe ist nicht davon aus, dass es eine Baugenehmigung braucht. Denn genutzt werden mobile Zäune, die regelmässig versetzt und im Herbst/Winter voraussichtlich sogar mal ganz weggenommen werden. Eventuell braucht es bei sehr hunrigen Pferden eine mobile Stromversorgung für den inneren Zaun.
Weidenstrukturierung 2
Weidenstrukturierung 2
Möglich ist auch, dass am Ende z.B. zwei eingezäunte Bereiche entstehen und die Mitte wieder freigegeben ist. Dies zeigt die Abbildung 3. Der Kreativität sollten hier kaum Grenzen gesetzt sein.
Weidenstrukturierung 3
Weidenstrukturierung 3

Es ist sicherlich etwas Aufwand eine Weide auf diese Weise regelmässig ab- und umzuzäunen. Aber ich finde, wenn das Gras dadurch wieder eine Chance hat nachzuwachsen lohnt der Aufwand. Die Pferde werden es danken! Bitte dabei auch eine entsprechende Anweidezeit bedenken, damit es zu keinen Koliken oder anderen Verdauungsproblemen kommt.


Eine Kundin von mir wird diese Idee in den nächsten Wochen ausprobieren und ich hoffe wir können dann über den Erfolg (hoffentlich kein Misserfolg) berichten!

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Kommentare: 1
  • #1

    Kristina Gau (Freitag, 11 April 2014 19:48)

    Also in der nächsten Zeit wird es bei meiner Kundin kein solches Projekt geben. Die Weide wird nun doch klassisch halbiert, was denke ich eine gute Sache ist.

    Generell muss man bei dieser Idee natürlich bedenken, dass der Rundlauf stark beansprucht sein wird. Daher ist dies auf einer Weide sicher keine Dauerlösung. Meine Idee dahinter war, dass frühzeitig Teile abgesperrt werden, damit Gras wachsen kann. Dauert diese Phase zu lange besteht natürlich die Gefahr, dass der Rundlauf so abgelaufen wird, dass hier voraussichtlich nur sehr schwer wieder etwas wachsen wird. Dazu muss man Regenwetter beachten, der dem Boden dann zusätzlich zusetzt. Wie die Weide "zu retten ist" muss immer von Fall zu Fall entschieden werden. Irgendeine Form der Abtrennung muss dabei aber auf jeden Fall gemacht werden, damit sie lange gesund bleibt.

Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

3035 Frieswil / BE

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