Formen der Pause

Im nachfolgenden möchte ich ein bisschen auf das Thema "Pause" eingehen. Es ist sehr wichtig in der Arbeit mit dem Pferd Pausen einzubauen. Dies kann in verschiedenen Arten stattfinden und ich unterscheide zwischen zwei Grundformen.

 

Pause mit Regeln:

  • ruhig stehen (z.B. neben oder hinter dem Menschen)
  • das Pferd ohne konkrete Vorgaben (Bsp. ohne Biegung) bewegen lassen
  • vom Menschen initiierten Entspannungsphase
  • Liebslingsübung des Pferdes oder z.B. Spielen

Dies sind ein paar Beispiele. Bei den Pausen mit Regeln wollen wir bestimmtes Verhalten nicht sehen und wir korrigieren das Pferd weiterhin, wenn nötig. Beim stehen wollen wir zum Beispiel, dass das Pferd sich nicht oder nur wenig bewegt und bewusst entspannt. Wenn wir bei der Lieblingsübung mit Futter arbeiten wollen wir hier natürlich auch nicht, dass geschnappt wird.

 

Pause "ohne" Regeln:

  • sich frei bewegen lassen
  • Futterspiele ohne Anleitung (Bsp. Teppich aufrollen)
  • grasen lassen

Bei den Pausen "ohne" Regeln handelt es sich um eine Pause für das Pferd, wo wir passiv sind. Hierfür kann es sinnvoll sein ein Kommando für Anfang und Ende zu geben. Man kann z.B. "Pause" sagen, damit das Pferd lernt, dass es jetzt frei hat. Dann kann das Pferd selber über seine Zeit entscheiden und wir greifen praktisch nicht ein. Wenn man weiter arbeiten möchte, sollte man dann wieder ein entsprechendes Kommando geben, wie z.B. "Weiter" oder "Arbeit". Diese Kommandos sollen helfen, dass das Pferd nicht selber entscheidet wann es eine Pause machen will. Aber wir sollten das Pferd natürlich sehr gut beobachten um zu erkennen, wann eine Pause Sinn macht. Auch für das Grasen kann es Sinn machen ein entsprechendes "Kommando" zu etablieren. Denn ein Pferd, das einen immer wieder ins Gras zieht, wollen wir schliesslich auch nicht.

 

Wozu überhaupt eine Pause?

  • Das Pferd beruhigen, vor allem mental
  • Dem Pferd eine körperliche Pause geben, vor allem nach anstrengenden Übungen
  • Dem Pferd die Möglichkeit geben über das zuvor erlernte nachzudenken

Jenachdem, was die Pause bezwecken soll, kann eine entsprechende Form gewählt werden. Wichtig ist dabei, dass das Pferd es auch wirklich als Pause ansieht. Besonders bei den Pausen mit Regeln sollte man dies beachten.

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Kommentare: 2
  • #1

    Lily (Donnerstag, 01 Mai 2014 10:16)

    Cooles Thema, Kristina! Danke für den schönen Bericht.
    Das Pferd denkt nicht nur nach in den Pausen, sondern das Nervensystem arbeitet wie verrückt. Erfahrungen werden ausgewertet, Zellen wachsen und verbinden sich. Wir lernen quasi in den Pausen, nicht während der Arbeit.

  • #2

    Kristina Gau (Donnerstag, 01 Mai 2014 11:42)

    Danke dir Lily für diese wichtige Ergänzung! Ich habe auch gemerkt, dass ein Pferd wirklich viel schneller lernt, wenn man mind. mehrere Tage lang eine Übung nicht macht. Plötzlich kommen dann unerwartete grosse Lernschritte.

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