Durchschaubar sein

Nachdem ich meinen letzten Blogartikel veröffentlich hatte fiel mir auf, dass ich einen weiteren Punkt besprechen könnte. Und zwar, dass wir für unsere Pferd durchachaubar sein sollten.

 
Mit durchschaubar meine ich, dass unsere Handlungen für das Pferd logisch erscheinen sollten. Dies zeigt sich beim Loben aber auch Korrigieren. 
 
Beim Loben ist es wichtig, dass für das Pferd ersichtlich ist, wann es eine Belohnung bekommt. Vor allem beim Futterlob sind die Manieren von grosser Bedeutung. Der Mensch sollte sich nicht wundern, wenn nach einer Weile "nur ein bisschen schnappen" nach dem Leckerli irgendwann auch mal die Zähne dazu kommen. Spätestens dann korrigiert der Mensch, weil es weh tut. Aber das Problem hat schon viel früher begonnen und hätte bereits dort verhindert werden können. Dies sollte man auch beim Clicker-Training beachten. Hier ist es dann vor allem auch wichtig, dass das Pferd weiss für was es genau gelobt wird. Das richtige Timing spielt eine entscheidende Rolle. Wenn wir zu langsam reagieren kann es sein, dass das Pferd eine andere Handlung, oder einen eigentlich ungewollten Handlungsablauf mit dem Lob verknüpft. In beiden Fällen kann es hilfreich sein, wenn eine geeignete Person von aussen das Training beobachtet und ein entsprechendes Feedback zum Timing und Ablauf geben kann. Wer ohne Klicker arbeitet sollte aber ebenso auf die Manieren achten. Denn wenn das Pferd 5 mal bettelt und wir ihm bei 6. Mal dann doch Futter geben, wird es weiterhin versuchen durch Betteln an eine Belohnung zu kommen. Denn es hat sich in dem Fall gezeigt, dass die Strategie "Betteln" früher oder später zum gewünschten Ergebnis führt.
Beim Korrigieren finde ich es vor allem wichtig, dass wir uns klar machen was wir eigentlich von unserem Pferd möchten. Wenn das Pferd z.B. immer sehr nah zu uns steht, an unserer Jacke zupft und wir das 10 Mal ok finden, dann ist eine Korrektur beim 11. Mal für das Pferd voraussichtlich mehr als unverständlich. Ausserdem hat es sich mir gezeigt, dass ein "Klapps" auf die Nase noch nie zu einer dauerhaften Verbesserung unerwünschten Verhaltens geführt hat. 
 
Und egal ob man loben oder korrigieren möchte, man muss sich immer fragen, ob es dem Pferd wirklich möglich ist unseren Wunsch zu erfüllen. Hier ein Beispiel dazu. Gestern wollte ich meinem Pferd eine kleine Zecke entfernen. Da er von Bremsen geärgert wurde konnte er nicht still halten. Es von ihm zu verlangen und ihn entsprechend zu korrigieren wäre mehr als unfair gewesen. Ich hoffe das ist für euch alle logisch. Genau diese Sichtweise muss man auch auf andere Bereiche übertragen. Dabei beachten muss man auch immer wieder die aktuelle Verfassung und Situation. Es reicht nicht aus zu wissen, dass mein Pferd etwas generell kann. Wenn es an einem bestimmten Tag oder in einer Situation nicht abrufbar ist, dann muss man nach den Gründen forschen. Natürlich kann und sollte man sich selber und sein Pferd auch einmal über Grenzen hinaus bringen, im möglichen Rahmen mehr fordern. Aber bitte auch hierbei weiterhin mit Herz und Verstand! Wie schon häufiger gesagt, das Pferd machte Sachen nicht um uns zu ärgern.

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