Spasslektionen

Zirkuslektionen haben bei vielen Freizeitreitern bereits einen festen Platz im Zusammensein mit ihrem Pferd gefunden. In meinem letzten Newsletter haben ich den Begriff "Spasslektionen" zum ersten Mal gebraucht. Ob man Zirkuslektionen oder Spasslektionen sagt ist jedem frei gestellt. Inhaltlich macht es wohl keinen Unterschied. Die Übergänge sind fliessend.

 
Mir persönlich gefällt der Begriff Spasslektion aus folgenden Gründen besser:
  • Wie der Begriff bereits sagt, soll dies Pferd und Mensch Freude bereiten.
  • Er impliziert für mich weniger den Zusammenhang mit Zirkus, wo Lektionen einem Publikum gezeigt und dafür einstudiert werden.
    • Wer möchte kann diese Übungen natürlich auch einem Publikum zeigen, dies steht aber nicht im Vordergrund.
  • Ziel ist die abwechslungsreiche Beschäftigung mit dem Pferd über einen positiven Weg.
  • Einige Übungen können eine gymnastizierende Wirkung haben.
  • Einige Übungen dienen vor allem der Beschäftigung und der Kommunikation mit dem Pferd.
 
Ich erarbeite Spasslektionen ausschliesslich über positive Verstärkung. Dabei hat sich gezeigt, das die Arbeit mit dem Clicker sehr hilfreich ist was die Genauigkeit und die Futtermanieren angeht. Ein penetrant bettelndes Pferd möchte schliesslich niemand. Kunden, die nicht mit Futter arbeiten wollen, kann ich auf diesem Weg nur bedingt begleiten. 
 
Hier ein paar Beispiele für Spasslektionen:
  • Kreiseln (im Kreis bzw. um die eigene Achse drehen)
  • Vorderbeine kreuzen
  • Bergziege
  • mit der Oberlippe wackeln (Video siehe unten)
Damit diese Art der Arbeit Mensch und Pferd Spass macht muss zu Beginn herausgefunden werden, was das Pferd besonders gerne macht. Nimmt es z.B. ungern Gegenstände ins Maul, so sind Apportierübungen eventuell nicht ganz das richtige. Andere Übungen sind eher Typenunabhängig. Dafür sollte in manchen Fällen aber darauf geachtet werden, wer sonst noch mit dem Tier zu tun hat. Es kann sonst schnell mal zu Missverständnissen zwischen dem Pferd und einem anderen Zweibeiner kommen.
 
Für die richtige Motivation ist es dann auch noch wichtig zu wissen, welches Leckerli mein Pferd besonders mag. Kennt man mindestens das absolute Lieblingsfutter, hat man damit einen starken Motivator. Aber diese sollten dann auch etwas besonderes bleiben und nicht bei jeder Gelegenheit gegeben werden. Abwechslung ist auch hier wichtig.
 
Spasslektionen können den Alltag mit dem Pferd stark bereichern. Für mich im Vordergrund steht ganz klar die verbesserte Kommunikation mit dem Pferd. Das dadurch entstehende Vertrauen kann später auch in heiklen Situationen helfen. Um auf positive und konstruktive Art mit dem Pferd zu arbeiten muss immer wieder der Mensch seine Handlungen hinterfragen und sich in der Pferd einfühlen. Das ist es, was einen guten Pferdemenschen ausmacht.

Ich selber arbeite bei der Übung "Oberlippe wackeln" weiter an meinem Timing und der Einhaltung des entsprechenden Ablaufs der Übung. Mit dem Pferd arbeite ich an der Signalkontrolle und der Nullposition (der neutralen Position wo keine Spasslektion gezeigt wird).

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Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

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