Neue Ideen und ein Beutel voller Fragen

Alle die mich oder mindestens meine Website bereits etwas kennen wissen, dass ich ein recht vielseitiges Angebot habe was die Ausbildung von Reitern und Pferden betrifft. Ich habe mich nie dafür gehalten nur nach einem "System" zu gehen. Dafür erscheinen mir Menschen und Pferde zu individuell. Dort möglichst flexibel zu sein war mir immer wichtig.


In der Ausbildung bedienen wir uns unterschiedlichsten Hilfsmitteln: Stallhalfter, Knotenhalfter, kurzer Strick, langer Strick, Dressurgerte und Fahrpeitsche, Kappzaum und Longe und, und, und. Dann arbeiten wir mit oder ohne Futter, aber bitte mit positiver Verstärkung, manche neu sogar mit Klicker. Wir machen Bodenarbeit, Gelassenheitsübungen, Spasslektione und Longieren. Wir nutzen Pylonen, Podeste, Dualgassen und Flattervorhänge. Ach ja, und Reiten darf man natürlich nicht vergessen. Mal mehr, mal weniger klassische Dressur und auch mal über Sprünge, auf dem Platz und im Gelände, Trail und vielleicht gebisslos. Die Vielfalt scheint unendlich gross zu sein. 

Und nun stehe ich hier, schaue mir das ganze an und frage mich wo meine Reise von hier aus hin geht. Immer wieder geht man als pferdeliebender Mensch neue Wege. Das ist bei mir nicht anders. Manches verwirft man dann wieder, anderes baut man in sein eigenes System mit ein. Heute stehe ich wieder an einem dieser Punkte, wo ich Ideen verwerfe, nützliches behalte und neues in den Fokus nehme.

Hier ein paar Fragen, die mich die letzten Wochen intensiv beschäftigt haben:
  • Ist Klickern gezielte positive Bestätigung und Motivation, oder doch auch eine Art Bestechung?
  • Wie ist die Beziehung zwischen Mensch und Pferd, wenn es kein Futter gibt ausser dem nächsten Grashalm?
  • Sind Zirkuslektionen abwechslungsreiche Beschäftigungen oder doch hauptsächlich fürs menschliche Ego?
  • Wie sehr hinterfrage ich mich selber, oder greife doch lieber auf eine Methode zurück?
  • Brauche ich eine ganz bestimmte Ausrüstung (Halfter, Kappzaum etc.) damit mein Pferd mich versteht?
  • Können Pferde sich mit gezielter Anleitung durch Körpersprache selber gymnastizieren, oder müssen wir dafür an ihnen direkt "manipulieren"?
  • Hören wir darauf was unser Pferd uns anbietet, geben wir ihm den passenden Raum und die Zeit dafür, oder versuchen wir ihm ausschliesslich unsere Ideen zu "verkaufen"?
  • Was bleibt, wenn ich alle Hilfsmittel wegnehme und zuvor nicht durch negative Verstärkung dem Pferd die Möglichkeit genommen haben, wahhrhaftig selber zu entscheiden?
  • Suche ich beim Reiten nach Wegen zu mehr Sanftheit aus mir heraus oder bleibe ich bei der Technik stehen?
Sich kritisch zu Fragen, was die eigene Motivation ist, wie es dem Pferd dabei geht und wo die Reise hin soll ist eine wichtige Eigenschaft von Pferdemenschen. Dies ist mir schon seit langem klar, doch wie weit  ist man auf diesem Weg bereits gegangen? Das Wohl des Pferdes sollte immer im Fokus stehen. Dawiderspricht  wohl niemamd. Aber manchmal ist das leichter gesagt als getan. Denn dies bedarf einer wirklich kritischen Auseinandersetzung mit sich selber. 

Ich bin aktuell dabei neue Wege zu beschreiten, hin zu mehr Gefühl, weg von eher dominanter Technik und Mechanik. Ich hoffe, dass mich viele auf diesem Weg begleiten werden. Ich werde über die Details zu gegebener Zeit ganz sicher genauer berichten. Aber für heute lasse ich euch erst einmal mit meinen Fragen alleine.

Philosophie Mark Rashid (frei wiedergegeben!):
Nur wer versucht mit dem Pferd so sanft wie möglich zu sein und diese Sanftheit auch im normalen menschlichen Alltagsleben immer wieder übt, wird es auch erreichen.
 
Passend zum Thema bereits veröffentlichte Artikel: 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

3035 Frieswil / BE

kristina@individuelles-freizeitreiten.ch

076 472 03 82



Kostenloser Newsletter