Wir haben Zeit

Ja, wir Freizeitreiter haben Zeit! Wir müssen mit unseren Pferden keine Preisgelder gewinnen und auch kein Feld bestellen um unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Das einzige was uns Druck macht, tja das sind wohl wir selber! Oder in manchen Fällen wohl unser Umfeld, das uns gewisse Normen vorgibt. Aber wie ich schon öfter geschrieben habe, ist der Weg das Ziel. Und ja, auch ich muss mich zwischendurch immer mal wieder daran erinnern. Denn auch im Freizeitreiten setzen sich heute immer mehr Leute ungewollt und meist unbewusst unter Druck. Man möchte das Pferd lange gesund erhalten und dabei nicht nur sein bester Freund werden, sondern es auch noch so abwechslungsreich wie möglich beschäftigen. Das Pferd soll dabei so vielseitig wie möglich ausgebildet sein und in allen Situationen ein verlässlicher Partner. Kaum jemand der heute nicht regelmässig mindestens vier verschiedene Beschäftigungen mit seinem Pferd nachgeht: Zum Beispiel dressurmässige Ausbildung, Bodenarbeit, Zirkuslektionen und Ritte durch Wald und Flur.


Mark Rashid habe ich kürzlich etwas sehr interessantes sagen hören (aus der Erinnerung frei wiedergegeben): Wir arbeiten heute an der Grundlage für morgen.

An dieser Aussage bedeutend finde ich, dass es uns damit praktisch den grössten Druck nimmt. Nämlich den heute besonders viel erreichen zu müssen und keine Zeit zu haben. Denn dem ist nicht so. Das bedeutet nicht, dass es egal ist wie wir heute arbeiten. Aber es bedeutet, dass wir heute ein Stück an dem Fundament arbeiten, auf dem wir dann immer weiter aufbauen können. Und ja, einige Lernprozesse brauche einfach mehr Zeit. Manchmal Monate, teils sogar Jahre! Solange jedoch das positive Lernen nicht aufhört und es dem Pferd physisch und psychisch dabei gut geht, ist man auf dem richtigen Weg!

Ich empfinde es als wichtig herauszufinden, welche Ziele ich mit meinem Pferd habe. Hierzu gibt es hier ein Arbeitsblatt: Reit-Ziele definieren
Aber auch hier bitte immer wieder entschleunigen! Denn wie gesagt. Der Weg ist....!

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Kommentare: 2
  • #1

    Thomas Bühlmann (Sonntag, 23 November 2014 22:20)

    Der Faktor Zeit ist einer der wichtigsten in der Mensch-Pferde-Beziehung. Im positiven aber auch im negativen Sinn. Positiv wenn es darum geht die Kommunikation, die mentale und physiologische Entwicklung zu verbessern, zu fördern und zu respektieren. Da beeinflussen wir Langzeitentwicklungen. Der Zeitfaktor spielt sich aber in engen Grenzen ab, wenn es darum geht zu belohnen, positiv oder negativ zu verstärken, wie heute im Training mit Tieren allgemein akzeptiert (z.B.Klickertraining). Diesem Aspekt wird mangels Wissen oft wenig Beachtung geschenkt. So kann eine Zurechtweisung zum falschen Zeitpunkt völlig falsch verstanden und das gegenseitige Vertrauen strapaziert oder sogar aufs Spiel gesetzt werden.

  • #2

    Kristina Gau (Montag, 24 November 2014 07:58)

    Lieber Thomas,
    das ist auf jeden Fall etwas sehr wichtiges, das du hier beschreibst. Ich bezeichne es in der Regel als Timing! Ein gutes Timing zu haben ist etwas, woran wir wohl unser Leben lang arbeiten. Es umfasst Lob und Korrektur, sowie die richtige Hilfengebung zur richtigen Zeit. Und das alles im Hinblick drauf das Pferd so wenig wie möglich in seiner Bewegung und seinem Lernen zu stören und so viel wie möglich in beidem positiv zu unterstützen. Es ist ein sehr spannender Weg auf dem man als Mensch sehr viel lernt! :)

Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

3035 Frieswil / BE

kristina@individuelles-freizeitreiten.ch

076 472 03 82



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