Aufwärmübungen für Reiter

Immer wieder komme ich gedanklich zu dem Punkt, dass ein gutes Aufwärmen Teil meiner Routine werden sollte. Das bedeutet in dem Fall, dass ich weiss was gut wäre, es aber nicht mache. Tja, ich bin halt auch nur ein Mensch. Aber ich sage immer wieder gerne, solange es mir in den Sinn kommt, ist es noch nicht zu spät!

Der Grund warum ich bis jetzt kein regelmässiges Aufwämtraining für mich gemacht habe: vergessen, keine Zeit, ungewollte Zuschauer.... Alles Ausreden! Aber unsere inneren Schweinehunde haben oftmals grosse Kontrolle über unser Handeln.
Worum geht es generell beim Aufwärmen:
  1. Muskulatur erwärmen
  2. Gelenke geschmeidig machen
  3. Beweglichkeit verbessern
Was ich besonders wichtig finde sind die beiden letzten Punkte. Denn wir vernachlässigen diese meist und wollen schliesslich doch geschmeidig mit unserem Pferd mitgehen können. Durch Steifheit, vor allem in unseren Gelenken, wird dies schwierig bis unmöglich! Zwar kann auch eine steife Muskulatur Probleme machen. Aber durch die positive Steuerung der Gelenke, hat dies auch einen positiven Effekt auf die Muskulatur.
Bei allen Übungen bitte nur so weit gehen, wie es keine Schmerzen hervorruft. Dabei das Atmen nicht vergessen, sondern gleichmässig und ruhig weiteratmen. Wer sich nicht sicher ist wie die Übungen durchgeführt werden können bitte melden. Gerne werde ich es im Rahmen einer Lektion genauer zeigen.  Dies sind einige mögliche Übungen, die ich für mich als hilfreich erachte. Jede einzelne Übung wird ca. 10-20 Mal wiederholt. Die Füsse stehen dabei schulterbreit und entspannt am Boden.
Übungen für Zuhause:
  • Finger spreizen und zu einer weichen Faust zusammenziehen
  • Handgelenke drehen
  • Handgelenke dehnen (genaue Übung zeige ich gerne persönlich)
  • Ellenbögen kreisen, ähnlich einer Schwimmbewegung
  • Schulter kreisen, zu erst nach vorne und dann nach hinten
  • Brustkorb dehnen, Arme dabei weit ausbreiten
  • Nacken/Kopf vorsichtig drehen, Halbkreis nach vorne (langsam und vorsichtig)
  • Schulterbreit stehen, Kniee leicht gebeugt, den Oberkörper vom Kopf aus Wirbel für Wirbel Richtung Boden sinken lassen. Kopf und Arme ziehen den Oberkörper langsam Richtung Boden.
  • Hüfte/Becken kreisen, Hände in den Hüften
  • Oberkörper nach hinten drehen, Schultern und Arme drehen mit
  • Knie kreisen, Hände sind auf den Knien und unterstützen die Bewegung
  • Auf der Stelle steppen, Zehen behalten Bodenkontakt (Knie und Fussgelenk)
  • Füsse kreisen, Zehen sind am Boden und die Ferse dreht
Übungen für im Stall (z.B. vor einem Ausritt):
Alle Übungen von zu Hause. Am Besten dann einfach bevor das Pferd zum Putzen geholt wird. Einige Übungen können aber auch gut während des Putzens integriert werden. Aber das findet ihr dann schnell selber heraus.
Übungen für im Sattel (wenn das Pferd auf dem Platz am langen Zügel ruhig im Schritt laufen kann):
  • Handgelenke drehen (Zügel in der jeweils anderen Hand)
  • Schultern kreisen, erst nach vorne und dann nach hinten
  • Den Kopf langsam drehen
  • Nach hinten blicken/drehen, mit dem Becken möglichst gerade im Sattel bleiben 
  • Sich zum Pferdeohr strecken, Beine möglichst locker hängen lassen
  • Mit dem ganzen Bein aus der Hüfte heraus Fahrradfahren, ohne Füsse im Bügel
  • Knie nacheinander Richtung Widerrist hochziehen, ohne Füsse im Bügel
  • Füsse kreisen, dabei die Füsse aus dem Steigbügel nehmen
Wie lange dauern diese Übungen? Zuhause 5-10 Minuten. Im Stall 5-10 Minuten. Im Sattel, ratet mal. Und wenn es andere Personen sehen, na und? Wir machen dies für uns und vor allem für unser Pferd. Und je mehr Reiter dies regelmässig praktizieren, desto normaler wird es und am Ende machen es alle. Ich habe gemerkt es hilft, wenn man die Übungen täglich Zuhause praktiziert. Dadurch gehen sie in Fleisch und Blut über und es fällt leichter auch im Stall oder Sattel diese durchzuführen.
Manchmal wird gesagt, den Stall misten wäre auch bereits ein gutes Aufwärmtraining. Der Meinung bin ich jedoch nicht, besonders was die Beweglichkeit betrifft. Denn dabei werden in erster Linie Muskeln gebraucht und Gelenke manchmal sogar falsch belastet. Man hat danach dann wahrscheinlich warm, aber der verbesserten Beweglichkeit hilft es wenn überhaupt nur wenig. Daher kann man das oben beschriebene Aufwärmprogramm gut nach dem Misten anhängen.
Ich hoffe euch hiermit ein paar Inspirationen für euer persönliches Aufwärmtraining gegeben zu haben und das in Zukunft ganz viele diese regelmässig machen.Die Pferde werden es uns danken.

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Kommentare: 2
  • #1

    Rebecca (Sonntag, 02 Juli 2017 23:25)

    Hey, ich finde die Übungen super und werde mir das Aufwärmen vor dem Reiten auf jedenfall angewöhenen.
    Bei den Handgelenken hilft es übrigens noch mehr, wenn man sie so bewegt, als würde man eine 8 zeichnen, dabei wird das ganze Handgelenk durchbewegt.
    Lg. Rebecca

  • #2

    Kristina (Montag, 03 Juli 2017 09:17)

    Danke dir liebe Rebecca für deinen Kommentar. Ja, die Übung mit der gezeichneten 8 ist auch sehr hilfreich. Danke für die Ergänzung. Man kann diese dann stehend und liegend zeichnen, sowie mal mit oder gegen den Uhrzeigersinn beginnend. Für die Handgelenke gibt es wirklich sehr viele verschiedene Übungen :-)

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