Eine Frage der Konzentration

Wie lange kann der Mensch sich voll konzentrieren? Das ist besonders auch beim Reiten eine wichtige Frage. Denn von unserem Pferd fordern wir oftmals eine extrem hohe Konzentrationsfähigkeit. Was genau das bedeutet möchte ich nachfolgend genauer beleuchten.


Was kann es bedeuten, wenn der Reiter mit dem Fokus ganz bei der Sache ist:
  • Bewusstsein über den Spannungs-/ Entspannungszustand des eigenen Körpers (Muskulatur und Gelenke)
  • Bewusstsein über die Haltung im Sattel
  • Bewusstsein über die eigene Atmung
  • Bewusstsein über den Raum, in dem sich bewegt wird (inkl. anderer Reiter)
  • Bewusstsein darüber, wie das Pferd uns bewegt
  • Bewusstsein über den Spannungs-/ Entspannungszustand des Pferdes
  • Bewusstsein über die Bewegung des Pferdes (Fussfolgen, Schwung, Takt etc.)
  • Bewusstsein über die Haltung des Pferdes (Aufrichtung, Dehnung, Biegung etc.)
Sehr viel oder? Und sehr wahrscheinlich auch gar nicht vollständig. Und wie lange kannst du den Fokus halten? Niemand kann mit vollem Bewusstsein auf alles gleichzeitig achten. Vieles läuft vor allem mit wachsender Erfahrung eher unbewusst ab. Aber wir sollten in der Lage sein auf mehrere dieser Punkte mehr oder weniger parallel zu achten.

Probleme damit merkt man am besten in Seitengängen. Stimmen hier Blickrichtung, Ausrichtung und Atmung des Reiters nicht, ist ganz egal was Hände und Beine tun. Der Seitengang wird nicht richtig ud vor allem nicht leicht gelingen. Dessen muss man sich bewusst sein wenn man dem Pferd vorwirft, nicht richtig bei der Sache zu sein! Dann heisst es Punkt für Punkt bei sich selber überprüfen.

Wir fordern von unserem Pferd, dass sie sich nach unseren Vorstellungen bewegen was Richtung, Geschwindigkeit und Form angeht. Wie können wir das von unserem Pferd verlangen, wenn wir noch nicht einmal uns selber im Griff haben, weil uns ein vorbeifahrendes Auto ablenkt? Keine Angst, wir dürfen Fehler machen. Aber wir müssen immer zuerst bei uns Anfangen danach zu suchen, nicht beim Pferd!

Wichtig finde ich es, dass wir unser Training entsprechend gestalten. Dazu gehören Pausen (für Mensch und Pferd), eine passende Gestaltung der Schwierigkeiten und vor allem insgesamt nicht zu lange trainieren. Jedenfalls nicht länger als es die Konzentrationsfähigkeit zulässt. Denn Begriffe wie "Das Pferd will jetzt einfach nicht mehr." lasse ich nicht gelten.

Wer mehr über diese Themen erfahren möchte, für den hat es am 14. Juni 2015 noch einen Kurs zur "Atmung und Körpersprache für Pferdemenschen" als passenden Einstieg in das Thema. Infos dazu gibt es hier: Kurse und Workshops

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Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

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