Selbstreflexion als wichtiger Baustein

Selbstreflexion und in dem Zusammenhang auch Empathie sind für mich mit die bedeutensten Bausteine eines Pferdemenschens.


Dominantes Pferdeverhalten liegt in vielen Fällen klar im Auge des Betrachters und wird meiner Erfahrung nach sehr häufig falsch als solches definiert. Hier ein recht anschauliches Beispiel: Wenn ich mein Pferd aus dem Offenstall hole, liegt in unmittelbarer Nähe von der Tür im Sommer immer ein Haufen frisch geschnittenes Gras. Während ich die Tür hinter uns schliesse, darf mein Pferd dort mindestens ein Maul voll nehmen. Da ich es klar erlaube, ist es auf keinen Fall ein unerwünschtes Verhalten und auch nicht respektlos. Jedoch übe ich auch mit meinem Pferd, dass er ganz bei mir bleibt und nicht frisst. Dabei muss ich klar mit ihm kommunizieren und entsprechendes Timing habe. Wenn ich dies nicht tue und er schon am Gras steht, werde ich sicherlich nicht schreiend am Strick ziehen und ihn versuchen dort weg zu zerren. Das wäre aus Pferdesicht absolut nicht nachvollziehbar und sicherlich sehr unfair. Nachdem ich die Tür geschlossen habe gehe ich dann hin und frage bestimmt aber freundlich, dass wir jetzt weitergehen. Bei meinem Pferd klappt dies einwandfrei. Bei Pferden, die noch futterbezogener sind, muss man dies noch exakter üben. Denn vor allem bei diesen neigt man schnell dazu grob zu werden. Am Ende ist es auch hier in erster Linie ein Problem mit der Kommunikation.
Auch ich reagiere in Situationen mal falsch oder unangemessen, was wohl irgendwie menschlich ist. Dann zucke ich innerlich zusammen und entschuldige mich bei meinem Pferd. Die wichtige Frage ist vor allem im Zweifelsfall immer, ob ich mich denn wirklich klar ausgedrückt habe. Denn was soll das Pferd dafür können, dass ich nicht klar kommuniziere? Nein, man darf nicht andauernd an sich selber zweifeln! Denn auch das merkt das Pferd und wird entsprechend darauf reagieren. Aber wir sollten uns öfter einmal wie von aussen selber beobachten und schauen, wie wir unsere Kommunikation noch exakter gestalten können.

Und im Blick haben sollte man auch immer das natürliche Verhalten des Pferdes haben. Ich möchte ganz klar keinen Kadavergehorsam vom Pferd. Es ist klar, dass ein Pferd gerne Gras frisst, wenn es juckt sich kratzt und mit dem Schweif Fliegen vertreibt. Ein Pferd für Reflexe wie Schweifschlagen zu korrigieren macht einfach keinen Sinn!

Wie in einigen anderen Beispielen auch finde ich es wichtiger eigene Fehler zu bemerken als sie um jeden Preis vermeiden zu wollen. Je besser wir uns selber reflektieren können, wobei oftmals zu mindestens zu Beginn auch Hilfe von aussen nützlich ist, desto besser werden wir als Pferdemensch.

Ein hilfreicher Einstieg in das Thema kann dieser Kurs sein: Atmung & Körpersprache für Pferdemenschen

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