Übung - Longieren 'mal anders'

Für mich ist das Longieren am Kappzaum ein unverzichtbares Hilfsmittel für die Gymnastizierung und Geraderichtung des Pferdes. Aber neben der grossen Verantwortung, die wir dem Pferd gegenüber übernehmen, darf und sollte es auch einfach mal nur um die Kommunikation und Beziehung gehen. Das Kappzaumlongieren schliesst das zwar nicht aus, aber ich finde es wichtig zwischendurch nur den Fokus auf das Zusammensein zu legen und nicht auf eine bestimmt Körperhaltung des Pferdes. Dies kann uns helfen, auch mental einmal wirklich loszulassen und die eigenen Erwartungen an sich und sein Pferd zu überprüfen.


Hier zwei Möglichkeiten des Longierens 'mal anders':
  • über/um Hindernisse longieren (Bsp. um Pylonen/Hütchen, Plane)
  • freies Longieren mit Körpersprache (ohne Halfter oder Kappzaum)
Vor allem die freie Arbeit und das freie Longieren macht mir viel Spass. Denn das Pferd kann einem hier mehr als deutlich zeigen, wie es zur Zusammenarbeit steht. Wie versteht es meine Körpersprache? Wie kann ich mich deutlicher ausdrücken?

Je nach Örtlichkeit und Ausbildungszustand kann es hilfreich sein, sich zu Beginn leichter Hilfsmittel zu bedienen: 
  • normales Stallhalfter und durchhängende Longe
  • lose Longe um den Hals (ohne Halfter)
  • ein abgeteilter Reitplatz oder eine Roundpen
Bei dem Roundpen geht es nicht darum das Pferd durch den kleinen Raum einzuengen oder gar zu dominieren. Es kann aber sehr hilfreich sein einen nicht zu weitläufigen Ort zu wählen, sollte das Pferd eine Zusammenarbeit noch nicht als sinnvoll erachten und wenn der Mensch noch nicht viel Erfahrung mit der freien Arbeit hat.

Ziel kann es sein, immer feiner kommunizieren zu können und nach und nach ohne Hilfmittel am Pferd, dieses gezielt leiten zu können. Dies dann, wie beim Longieren mit dem Kappzaum auch, natürlich nicht nur auf einer Volte, sondern so Abwechslungsreich wie es der Kopf zulässt (geradeaus, Rundungen jeglicher Form und Grösse, Handwechsel etc.). Auch bei dieser Art des Longierens kann auf Stellung und Biegung geachtet und daran gearbeitet werden. Dies wird dann jedoch anders erarbeitet als beim Longieren mit dem Kappzaum. Denn am Ende bleibt nur der eigene Körper und die Position im Raum.

Ich wünsche euch viel Spass beim ausprobieren!

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