Pferdemensch in Balance

Jeder Pferdmensch möchte ausbalanciert sein. Er möchte durch feinste Signale mit seinem Pferd kommunizieren. Er möchte eins sein mit diesem anderen Lebewesen namens Pferd. Wer diese Ziele nicht hat, wird sie hoffentlich bald finden oder sich lieber ein Fahrrad kaufen.


Doch wie genau erreicht man dieses Ziel? Wie kann man über die Zügel eine feine Verbindung aufbauen? Wie kann man sein Pferd durch einen Gedanken lenken? Wie kann man zu einem Wesen werden?

Fragen über Fragen. Und ich bin davon überzeugt, dass es immer mehrere Wege ans Ziel gibt. Ich möchte von einem dieser Wege berichten, einen den ich vor zwei Jahren angefangen haben und der bereits einiges in meinem Leben in Gang gebracht hat.

Diese Woche durfte ich Mark Rashid und seine Frau Crissi McDonald im "Aikido für Reiter Weiterführungskurs" wiedertreffen. Das Ziel dieses Kurses ist die Verfeinerung der Kommunikation zwischen Mensch und Pferd durch die Prinzipien des Aikido (japanische defensive Kampfkunst). Es ist ziemlich schwierig es in Worte zu fassen, was in diesen Kursen passiert. Wie will man ein Gefühl beschreiben, geschweige denn die einzelnen Übungen in Worte fassen? Aber ich möchte versuchen ein paar der Prinzipien zu erklären, die uns den oben aufgeschriebenen Wünschen näher bringen.

Das Zentrum finden

Man kann es Zentrum nennen, oder auch die eigene Mitte. Dies bringt uns mehr Ruhe, geistig und körperlich. Aus unserem Zentrum heraus fallen Bewegungen und 'Anstrengungen' ganz leicht. Man darf es eben eigentlich nicht Anstrengung nennen, denn dadurch wird wirklich alles ganz leicht. Egal wie viel Druck auch auf uns kommt, wir können es durch den Einsatz des Zentrum ganz leicht unlenken. Wer ein Beispiel zu diesem oder andere Prizipien möchte, der kann mich gerne während einer Lektion oder einem Kurs danach fragen. 

Im Fluss bleiben
Das Leben ist Bewegung, Reiten ist Bewegung. Diese Bwegung sollte nicht enden, sie sollte im Fluss bleiben. Wenn Bewegung abrupt endet, führt das bei Mensch und Pferd zu einer Disharmonie. Wenn eine Bewegung harmonisch, im Fluss, beendet wird, bleibt die Verbindung bestehen. Hier gibt es keine Anspannung im Körper, nur Dynamik und geleitete Energie.

Mit dem Partner verschmelzen
Der oben erwähnte Wunsch mit dem Pferd eins zu sein, wie ein Zentaur, bedeute mit dem Pferd zu verschmelzen. Dafür müssen beide Lebewesen in die gleiche Richtung gehen, eine gleiche Dynamik haben, im Fluss sein. Dann ist es möglich, dass ein Gefühl, ein Gedanke für einen Veränderung reicht. Dann sind beide Lebewesen eins und alles wirkt ganz mühelos.

Im Aikido geht es nicht um Angriff. Es geht um Umlenken, Harmonisieren, Verschmelzen, im Fluss bleiben, im Zentrum sein. Es geht in den Kursen nicht in erster Linie um Technik, auch wenn dies sicher ein Teil ist, es geht um das Gefühl, um Bewegung im Einklang. Genau dies durfte ich wieder mit dem wunderbaren Mark und der bezaubernden Crissi üben.

Ein grosser Dank
Ich durfte drei sehr intensive Kurstage erleben, mit wundervollen Menschen aus 4 verschiedenen Ländern, Instruktoren und Übungspartnern. Dieser Kurs hat wieder sehr viel in mir bewegt, Prozesse und Ideen hervorgebracht. Der Muskelkater kam gratis hinzu, ist heute aber kaum noch spürbar. Ich freue mich so, die neuen Inputs mit meinem Pferd anzuwenden. Und ganz sicher wird diese Erfahrung auch einen Einfluss auf meinen Unterricht haben. Ein besonderer Dank geht an Mark und Crissi, sowie Sonja Bucher, die die beiden erneut in die Schweiz gebracht hat.

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