Übung - Rückwärtsrichten

In einer meiner letzten Übungen habe ich vesprochen, Tipps zum Rückwärtsrichten zu geben. Dem möchte ich heute gerne nachkommen. 

 

Das Ziel
  • Ein Pferd, das willig rückwärts läuft und dabei entspannt bleibt
  • Ein Reiter, der feinste Hilfen nutzt
Die Hilfen
Was wir nicht wollen: ein Reiter, der fürs Rückwärts an dn den Zügeln zieht und sich und das Pferd aus der Balance bringt.
Hier ein Beispiel zur Entwicklung einer feinen Hilfengebung:
  • Das Pferd sollte zu Beginn der Übung ruhig stehen können. Sollte dies nicht möglich sein, muss erst einmal daran gearbeitet werden. 
  • Das Pferd sollte aufmerksam sein. Sind z.B. die Ablenkungen von aussen zu gross, sollte am Anfang zu einer anderen Trainingszeit oder anderen Bedingungen geübt werden.
  • Der Reiter stellt sich vor einen grossen Ball oder eine Kugel im Becken liegen zu haben.
    • Diesen Ball stellen wir uns vor und auch seine Bewegungen stellen wir uns nur vor. Auch die Grösse und Farbe des Balles darf jeder selber wählen und gerne damit gedanklich experimentieren.
    • Für das Rückwärtstreten des Pferdes dreht sich der Ball in Gedanken von der Unterseite aus vorgestellt nach hinten oben (Richtung Wirbelsäule), nach vorne (Richtung Brust) und wieder nach unten (Richtung Becken). Das alles in einer fliessenden, rollenden Bewegung. Unten findet sich noch eine kurze Erklärung dazu.
  • Das Bein kann aus der Hüfte heraus leicht nach hinten genommen werden.
  • Die Zügelhand kann unterstützen, indem sie sich leicht öffnet und wieder schliesst. Ein nach hinten ziehen soll verhindert werden.
  • Wenn das Pferd auch nur eine Tendenz zum Rückwärtstreten zeigt, loben wir sofort.
  • Zum Anhalten stoppen wir in Gedanken das Drehen des Balls und lassen ihn Richtung Becken/Sattel sinken. Das Bein, sollte es weiter hinten sein, wird wieder in eine neutrale Position genommem.
Es gibt Reitweisen die sagen, man soll ich fürs Rückwärts entweder aktiv nach vorne oder nach hinten lehnen. Auch das kann man machen. Aber ich bleibe lieber in meiner Mitte und helfe dem Pferd subtiler. Pferde können kleinste Bewegungen unserer Muskeln spüren und das sollten wir uns zu Nutzen machen. Die mentale Methode mit der Kugel ist muskulär jedoch am ehesten mit dem nach vorne lehnen zu vergleichen. Aber eben, mental und nicht aktiv.

Du kannst dir das mit dem Ball nur schwer vorstellen?

Dann kann dir meine Zeichnung hoffentlich helfen.

Bei diesem bekannten Kinderspielzeug drehen sich erst die Fusskugeln und dann die Kugel im Bauch. Für unsere Übung soll es genau anders herum sein. Unsere Kugel im Bauch dreht sich mental zuerst und dann setzten sich die Beine des Pferdes in Bewegung.

Wenn es Probleme gibt
Wenn das Pferd mit dem Rückwärtsrichten noch nicht vetraut oder sehr unwillig ist kann es helfen, ein Gertensignal zu etablieren. Dieses kann am Anfang sehr hilfreich sein und wird im Laufe des Trainings nicht mehr gebraucht werden. Dafür wird dem Pferd diese Hilfe zu erst am Boden erklärt. Die Gerte wird schräg vor der Brust bzw. an der Schulter genutzt. Kennt das Pferd die Hilfe an der Schulter vom Boden aus, so kann es auch vom Sattel genutzt werden und ihm die Sitzhilfe somit erklären ohne, dass der Reiter im Maul zieht.

Du glaubst dein Pferd ist zu unsensibel dafür? Denk bitte noch einmal neu! Hier ein paar kurze Gedanken dazu: Alle Pferde sind feinfühlig!


Ursprung der Idee:

Die Idee mit dem Ball habe ich aus dem Konzept des Centered Riding übernommen, welches Teil meiner Trainerausbildung war. Ich möchte aber betonen, dass ich keine ausgebildete Centered Riding Instruktorin bin. 

Bücher von Sally Swift: Reiten aus der Körpermitte I & II
Centered Riding Schweiz: www.centered-riding.ch

Zum Weiterlesen: Übungen des Monats


Training in Detligen: Sonntagstraining Sommer 2016 - Reitlektionen

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