Übung - Reitgerte und Handgelenk

Kürzlich habe ich einen Tageskurs beim Reitsimulator in Zürich besucht. Ich habe vor dazu noch einen ausführlichen Bericht zu schreiben. Aber heute geht es erst einmal nur um einen Aspekt, der mir dort bewusst gemacht wurde. Bei mir ist es so, dass ich mein linkes Handgelenk ohne Gerte stärker anwinkel/eindrehe aus das rechte. Das linke Handgelenk sollte ich weniger anwinkeln, das rechte jedoch ganz leicht mehr damit der Winkel Ellenbogen-Handgelenk-Zügel-Pferdekopf stimmt. Wieder Zuhause angekommen fragte ich mich warum das bei mir unterschiedlich ist und dann fiel mir auf, dass ich, wenn ich eine Gerte dabei haben, sie meist in der linken Hand halte. So beobachtete ich meine Handgelenke vermehrt und es kam noch mehr zum Vorschein.


Reitest du auch schon einmal mit einer Gerte? Ich finde sie richtig eingesetzt sehr hilfreich. Es ist für mich klar ein Hilfsmittel, das auch als solches genutzt werden soll. Nicht zur Einschüchterung, sondern punktuell als feines Signal. Aber ist dir schon einmal aufgefallen, was beim Halten von Gerte und Zügel mit deinem Handgelenk passiert? Wie ist es im Vergleich zum Handgelenk ohne Gerte?

Übung zur Bewusstmachung
  • Reite im Schritt erst einmal ohne Gerte
  • Wie hältst du die Zügel?
    • Die Hände sollten aufrecht stehen
    • Die Hand ist sanft geschlossen
    • Der Daumen liegt wie ein Dach oberhalb des Zügels (als hätten wir ein Vögelchen in der Hand und haben den Daumen auf dem Köpfchen)
  • Wie fühlt sich das an? Wie funktioniert der Zügelkontakt?
  • Jetzt nimmst du die Gerte hinzu und beobachtest, was mit dem Gelenk passiert.
  • Kannst du das Gelenk immer noch entspannt halten?
  • Wie ist der Winkel vom Gelenk?
  • Was passiert mit dem Zügelkontakt?
  • Jetzt die Gerte noch einmal in die andere Hand nehmen. Wie fühlt es sich hier an?
Ich möchte den Gebrauch einer Gerte nicht tabuisieren. Bei Ausritten benutze ich sie gerne zur Bremsenabwehr. Aber ich finde es wichtig sich bewusst zu machen, wie wir unseren Körper nutzen. Kleine Verspannungen und Blockaden können eben einen grossen Einfluss haben. Zum einen auf unseren ganzen Körper und zum anderen ganz direkt auf unser Pferd. Daher empfehle ich dir, einmal in deine Handgelenke zu spüren und zu überprüfen, ob es die Gerte wirklich braucht, für was und wann. Ausserdem wie es ansich mit der Hilfengebung und Kommunikation zwischen dir und deinem Pferd steht.
 
Die optimale Handposition finden
Sollte niemand in der Nähe sein, der deine Handposition von aussen beurteilen kann, so geb ich dir folgenden Tipp. Probiere verschiedene extreme Positionen aus, ähnlich wie du es auf den Fotos siehst. Du darfst es ruhig übertreiben und versuche dann, aus diesen Extremen, den optimalen Mittelweg zu finden. Je entspannter es sich anfühlt, desto wahrscheinlicher ist man auf dem richtigen Weg. Und dann heisst es immer wieder kontrollieren und üben um die alte Angewohnheit hinter sich zu lassen.
Verschiedene Handpositionen im Test
Verschiedene Handpositionen im Test
Solltest du die Gerte aktuell beim Reiten brauchen, dann wechsel sie immer mal von Hand zu Hand und versuche dein Handgelenk dabei so entspannt wie möglich zu halten. Lockerungsübungen auch vom Sattel aus können dir dabei helfen.

Hiergeht es zu Lockerungsübungen für die Handgelenke: Aufwärmübungen für Reiter


Ich wünsche dir viel Spass beim ausprobieren!

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