Suchst du einen Freund, oder einen Soldaten?

Dein Pferd wird dich körperlich und mental herausfordern. Dann musst du dich entscheiden, ob du als Mensch wachsen möchtest um einen Freund zu gewinnen, oder ob du lieber einen Soldaten erzeugen möchtest, der sich dir bedingungslos unterordnet oder dich bekämpft. Es ist deine Entscheidung!

Dem Soldaten wirst du...
... das Maul zuschnüren, damit er sich nicht äussern kann.
... durch andere Hilfsmittel und Methoden versuchen, sein Mitspracherecht zu nehmen.
... unterstellen, dass er dich nur ärgern möchte und du das unterbinden musst.
... mit Druck versuchen, von deiner Meinung zu überzeugen.
... mit Bestechung versuchen von deiner Idee zu überzeugen.

Ein Soldat wird temporär oder dauerhaft den Kampf mit dir suchen. Manche geben sich irgendwann auf, andere werden immer weiter kämpfen. Die Frage ist einfach, ob du das wirklich möchtest. Es ist deine Entscheidung.

Wenn du erkennst, dass du einen Freund im Pferd haben kannst, dann wird dir klar werden, dass du...
... ihn nicht zwingen, sondern nur um etwas bitten kannst.
... immer weiter an dir arbeiten musst um ihm gerecht zu werden.
... ihm viel Zeit geben musst, damit Vertrauen entsteht.
... deine eigenen Pläne immer wieder beiseite stellen musst um zu erkennen, was für ihn das richtige ist.
... seine Natur und Persönlichkeit respektieren musst.

Ein Freund wird dich auch in schwierigen Situationen begleiten. Ihr werdet euch gegenseitig fordern und fördern. So wie du ihm vertraust, wird auch er dir vertrauen. Du wirst von ihm keine Leistungen fordern, die er nicht erbringen kann. Als Dank wird er dich immer wieder positiv überraschen. Es ist deine Entscheidung.

Und, welches Pferd hättest du gerne? Auch ich hinterfrage mein Handeln immer wieder nach diesen Gesichtspunkten. Wir machen uns schnell mal etwas vor, möchten die Wahrheit nicht sehen. Wir denken wir würden einen Freund suchen, versuchen die Freundschaft dann aber doch zu erzwingen oder möchten nicht, dass das Pferd sich äussert. Aber ein Freund wird uns seine Meinung mitteilen müssen. Sonst ist er kein Freund.

Ich hoffe du entscheidest dich für die Reise mit dem Pferd und zu dir. Es ist niemals zu spät dafür!

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Kommentare: 2
  • #1

    rebecca kocher (Donnerstag, 29 September 2016 10:32)

    Finde ich sehr treffend und gut geschrieben.
    Die Arbeit mit den Pferden ist so was wunderbares, aber nur dann, wenn man begriffen hat, das mit Pferden arbeiten nichts anderes bedeutet als an sich zu arbeiten. Das ist leider leider vielen Menschen zu anstrengend die mit Pferden zu tun haben.

  • #2

    Kristina (Sonntag, 02 Oktober 2016 07:22)

    Liebe Rebecca, danke für deine Worte! Es ist halt oftmals schwieriger an sich zu arbeiten bzw. seine "Fehler" zu suchen. Es wird dann offenbar einfach zu persönlich. Aber hat man sich erst einmal darauf eingelassen, wird man definitiv belohnt werden. Vor allem dann auch mit ganz viel Vertrauen, dass das Pferd einem schenkt.

Individuelles Freizeitreiten und Pferdetherapie

Kristina Gau Hiltbrunner

3035 Frieswil / BE

kristina@individuelles-freizeitreiten.ch

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