Meine 4 Fakten über Pferdedecken

Dieser Artikel stammt ursprünglich von meiner Website Individuelle Tiergesundheit

 

Kürzlich habe ich einen Fachartikel über Mythen bezüglich Pferdedecken gelesen. Ich war sehr erstaunt, was der Tierarzt dort schrieb. Denn es entspricht nicht dem, was ich bereits erlebt habe underschien mir sehr einseitig verfasst. Daher habe ich mich dazu entschieden, ein paar Wahrheiten aus meiner Erfahrung mit Pferdedecken aufzuschreiben.

 

Ja, die Industrie hat definitv bemerkt, dass mit Pferdedecken viel Geld zu verdienen ist. Und ja, es macht nicht immer alles gleich Sinn, nur weil man es kaufen kann. Hier meine persönlichen 4 Wahrheiten über Pferdedecken.

1. Eine Frage des Stoffwechseln
Unabhängig von gesundheitlichen akuten Notfällen macht nicht jedes Pferd ein gutes Winterfell. Manchmal liegt es daran, dass das Pferd es durch die Haltungsform zuvor nie musste, der Stoffwechsel darauf einfach nicht optimal vorbereitet ist oder der Körper durch andere Faktoren keine Energie hat ein dichtes Winterfell zu entwickeln. Ein sehr dünnes und aus welchen Gründen auch immer schwerfuttriges Pferd macht oftmals zu wenig Winterfell und wenn es das doch macht, spart es an anderen Stellen die Energie ein und baut zum Beispiel Muskulatur ab.

2. Das verspannte Kreuz
Hat ein Pferd wirklich kalt, dann kann es im Kreuz verspannen. Ja, ich habe dies bereits erlebt und es ist sicherlich kein Reiterfehler. Ein gutes Training, wird das Pferd im Kreuz mindestens in Teilen wieder lösen können. Aber in einzelnen Fällen sicherlich nicht komplett und das Pferd sollte im akuten Zustand nicht geritten werden. In manchen Fällen muss dem Pferd aktiv geholfen werden, die Verspannung zu lösen. Ob durch Körperarbeit, Decken, oder Massage muss von Fall zu Fall entschieden werden.

3. Das Nachschwitzen
Das Pferd hat im Training geschwitzt und wird trocken geritten oder geführt. Man hat das Gefühl es sei trocken und muss keine Abschwitzdecke nutzen. Aber manche Pferde schwitzen noch nach längere Zeit nach sobald der Fellwechsel begonnen hat oder das Winterfell ausgebildet ist. Ist das Pferd nun zum Beispiel Zugluft ausgesetzt, kann dies gesundheitliche Auswirkungen haben. Im Zweifelsfall bleibt eine Abschwitzdecke lieber einen Moment länger auf dem Pferd. Wichtig ist es sein Pferd zu kennen. 

4. Mit Sinn und Verstand
Ich finde es wunderbar, wenn das Pferd gesund ist und durch ein gutes Winterfell keine Decke braucht. Auf das Scheren möchte ich heute nicht genauer eingehen. Aber es ist wichtig sein Pferd zu beobachten. Wenn es ihm gut geht und alle Parameter stimmen braucht es sicher keine Decke. Und es sollte auch keines bekommen, nur weil es dann für den Menschen praktischer erscheint bezüglich der Pflege. Aber wenn es offensichtlich kalt hat, wenn es gesundheitlich angeschlagen ist, oder zum nachschwitzen neigt, sollte man eine entsprechende Decken einsetzen. Und mit entsprechendem Sinn und Verstand kann sich der Fellzustand bzw. Gesundheitszustand auch über die Jahre verbessern. Je gesünder und körperlich balancierter das Pferd wird und artgerecht gehalten wird, desto seltener braucht es eine Decke. Aber eben, so viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Wichtig finde ich es wie immer offen zu bleiben und hinzuschauen. Es hilft gerade bei Decken nicht zu sagen, sie seien unbedingt und bedingungslos notwendig oder nur im medizinischen Notfall zu nutzen. Es gibt Grauzonen und wir müssen von Fall zu Fall entscheiden, was DAS PFERD braucht. Ich hoffe dein Pferd und du habt eine gesunde und entspannte Winterzeit!

Körperarbeit und ganzheitliche Therapie: Individuelles Tiergesundheit - Kristina Gau Hiltrbrunner

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