Fragerunde - "Mein Pferd ist ein Grantler"

Heute möchte ich auf eine erste Frage eingehen, die mir zugesendet wurde.

"Mit meinem Pferd haben wir das Problem, dass er ein richtiger „Grantler“ ist. Leider weiß ich nicht ob aus Unmut oder Unsicherheit. Er hat auch furchtbaren Futterneid, legt ständig die Ohren an und ich kann sein Verhalten nicht wirklich beeinflussen..."

Ferndiagnosen sind ja meist sehr schwierig. Und ich habe auch nur die oben genannten Infos. Aber ich möchte versuchen ein paar Ideen zu geben. Das gezeigte Foto dient nur der Untermalung!

Als erstes empfehle ich ohne zu werten das Pferd zu beobachten. Ist es immer missmutig oder nur in einzelnen Situationen? Wie äussert sich das Verhalten gegenüber dem Menschen und anderen Pferden? Welche Mimik ist zu sehen? Bei der Mimik bitte alles beachten (Augen, Ohren, Kiefer, Nüstern...) und auch weitere Körpermerkmale wie z.B. den Schweif. Durch genaue Beobachtungen kann man Unterschiede feststellen. So gibt es viele verschiedene Formen von angelegten oder nach hinten gerichtete Ohren, die immer etwas anderes bedeuten können. So können nach hinten gerichtete Ohren auch ein Zeichen für Konzentration sein. Man sollte dies immer im Gesamtzusammenhang und unter Berücksichtigung anderer Merkmale betrachten. Dafür kann es helfen einmal Fotos oder Videos zu machen, oder machen zu lassen, und sich diese dann in Ruhe anzuschauen.

Wichtige Fragen zu Beginn sind unter anderem, wie alt das Pferd ist, wie lange es in Besitz ist, wo es eventuell vorher gelebt hat, ob es das Verhalten schon immer hatte u.s.w.

Folgende Punkte können einen Einfluss auf das genannte Verhalten haben (weitere sind möglich):
- Haltung
- Bewegung/Beschäftigung
- Fütterung
- körperliche / gesundheitliche Probleme
- psychische Blockaden
- Faktor Mensch

Haltung
Die Haltung des Pferdes hat einen riesigen Einfluss auf das Wohlbefinden. Lebt das Pferd in einer Box oder Gruppe, wieviel Auslauf und Bewegung gibt es, hat das Pferd Freunde, kann es zur Ruhe kommen und schlafen, wie ist seine Position innerhalb der Herde? Stimmen hier wichtige Punkte nicht, kann das Pferd unter Dauerstress sein und dies durch Unmut zeigen. Manchmal kann man an der Haltung etwas ändern, manchmal hilft ein Stallwechsel.

Bewegung/Beschäftigung
Ein Teil der täglichen Bewegung muss durch die Haltung gewährleistet werden. Dazu kommt Bewegung und Beschäftigung mit dem Menschen. Zu grosse Anforderungen oder zu wenig Beschäftigung können auf die Stimmung schlagen. Hier können Test helfen: eine mehrtägige Pause, intensivere Beschäftigung oder abwechslungsreichere Beschäftigung.

Fütterung
Futterneid ist ein sehr komplexes Thema. Es kann eine Frage der Struktur innerhalb der Pferdegruppe sein, aber auch ein generell erlerntes Verhalten darstellen. Dies zu durchbrechen kann schwierig sein. Manchmal helfen aber z.B. ruhigeres Verhalten der fütternden Menschen. Hierfür muss man wieder genau hinschauen, welche Faktoren eine Rolle spielen. Ein neutraler Blick von einer aussenstehenden Person kann hier hilfreich sein. Fragen muss man sich auch, ob ausreichend Raufutter zur Verfügung steht. Die Menge, aber vor allem auch die Fressdauer spielt hier eine Rolle. Bekommt das Pferd ausreichend Raufutter und vor allem vor dem Zusatzfutter noch einmal, kann dies Futterneid und Stress vermindern.

Körperliche / gesundheitliche Probleme
Hat das Pferd Schmerzen, ist dies ebenfalls ein Dauerstress, der sich im Verhalten widerspiegeln kann. Ob z.B. ein Ungleichgewicht in den Meridianen, muskuläre Blockaden, Blockaden in Wirbeln oder Athrosen und auch andere Schmerzen schlagen schnell auf die Psyche. Daher ist es immer wichtig nach den Auslösern zu suchen. Auch ein Mineralstoff- oder Vitaminmangel kann ein Grund sein.

Psychische Blockaden
Diese können durch schlechte Erfahrungen entstehen, aber auch durch Energetische Ungleichgewichte ausgelöst werden. Die Gründe können vielfältig sein. Therapeuten hinzu zu ziehen kann hier hilfreich sein. Manchmal braucht es nicht viel, um grosse Veränderungen zu bewirken. Eine ganzheitliche Betrachtung ist sehr zu empfehlen. Ich hatte mal einen Patienten mit einem Meridian-Ungleichgewicht ausgelöst durch Verdauungsprobleme. Es wurde dadurch sehr schreckhaft und das Verhalten blieb auch nachdem die Verdauung wieder normal war. Durch eine Meridianbehandlung normalisierte sich auch seine Psyche.

Faktor Mensch
Am Beispiel der Fütterung bin ich ja schon kurz auf den Menschen eingegangen. Dieser kann Verhalten unbewusst und ungewollt verstärken. Pferde können uns mit ihrem Verhalten darauf aufmerksam machen. Eine Veränderung in uns, kann dann einen positiven Einfluss auf das Pferd haben. So können Unsicherheit, Stress, Hektik oder Erwartungsdruck Missmut im Pferd auslösen. Ein Coach vor Ort oder in einem Online-Coaching kann helfen, dies abzuklären.

Für alle genannten Bereiche ist es wichtig die Situation, mit allen grossen und kleinen Faktoren, genau zu analysieren und sich im Zweifelsfall Hilfe zu holen. Dies kann eine Freundin sein, die einen Blick auf die Situation wirft. Manchmal stossen uns auch Menschen, die sich nicht mit Pferden auskennen, auf wichtige Details. Sie haben einfach einen neutralen Blick. Und ansonsten stehen verschiedenste Profis mit Rat und Tat zur Seite (Tierätzte, Osteopathen, Energetische Therapeuten, Reitlehrer usw.). Gerne stehe ich auch für Coachings vor Ort oder online und Therapien zur Verfügung. Denn man kann einfach nicht sagen, dass es Den Tipp gibt. Es bedarf vielfältiger Abklärungen.

Ich hoffe dieser Beitrag konnte helfen, den Fokus zu öffnen. Gerne nehme ich weitere Fragen von euch entgegen. Für eine genauere Hilfe könnt ihr euch unverbindlich bei mir melden.

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