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4my.horse-Challenge - Im Fluss laufen

Aus der Reihe der Experten bei 4my.horse haben sich 7 Professionals jeweils eine Aufgabe für dich ausgesucht, welche dich auf besondere Weise auf die Bedürfnisse der Pferde achtsam werden lässt. Meine Aufgabe findest du hier:

 

Feine Körpersprache - im Fluss laufen

Die Aufgabe

Ziel ist es, das Pferd im Schritt über die Körpersprache im Tempo zu regulieren, bzw. die Schrittlänge anzupassen. Dies wird zum Ergebnis haben, dass sich das Pferd vermehrt auf dich konzentriert und du deine Bewegungen bewusster einzusetzen weisst. Das Hauptaugenmerk bei dieser Übung liegt auf der Energie und dem Körperausdruck des Menschen, nicht auf eine Hilfe über den Strick, oder eine Gerte.

Wichtig ist es, dass es nicht durch vermehrten Druck des Menschen zu einer unangenehmen Übung wird. Ich möchte kein Pferd, das langsamer wird, weil es auf der Nase weh tut. Ebenso soll es sich keine Sorgen um mögliche Konsequenzen machen, weil es zu langsam die Schrittlänge vergrössert und dann eine Gerte zum Einsatz kommt. Bitte lobe dein Pferd schon für kleinste Versuche dich zu verstehen und lege deinen Fokus mehr auf dich selber, als auf dein Pferd! Denn dein Pferd weiss, wie langsam und schnell laufen. Aber du musst lernen, was zu tun, damit es das für dich macht.


Der Übungsaufbau

Kristina GauDie Führposition

  • Führe das Pferd im Schritt. Dein Fokus ist nach vorne gerichtet, die Füsse zeigen in Bewegungsrichtung. Wenn das Pferd nicht folgt, kannst du leicht abwenden, als wenn du eine Volte laufen möchtest. Du kannst bei Bedarf ein etabliertes Stimmkommando geben.
  • Du läufst auf Kopf-/Halshöhe. Wichtig ist zu entscheiden, wo Du laufen möchtest. Du versuchst deine Position zum Pferd zu halten. Also dich nicht überholen zu lassen oder plötzlich weit vor dem Pferd zu sein.

Das Tempo

  • Zu Beginn solltest du in der Geschwindigkeit laufen, die das Pferd vorgibt. Das Pferd soll selbstständig laufen und nicht getrieben oder gezogen werden.
  • Stelle dir nun vor, dass du langsamer oder schneller gehen möchtest. Es kommt auf das individuelle Grundtempo und Temperament des Pferdes an, womit du anfängst. Du möchtest das Tempo im Schritt über die Körpersprache anpassen, das Pferd in der Gangart schneller und langsamer gehen lassen. Dabei wird die Schrittlänge kürzer oder länger. Ich bitte Dich, auf deine Signale zu achten und nicht etwas über den Strick oder einer Gerte vorweg zu nehmen. Das behindert das Lernen deinerseits und tut dem Pferd meist unrecht.
  • Für einen langsameren Schritt stellst du dir vor, wie deine Schritte schwerer werden. Der Oberkörper ist gerade. Das Becken kann sich leicht abkippen, etwa so, wie wenn du dich hinsetzen möchtest. Du atmest tief in den Bauch und hast das Zielbild eines langsamen Schrittes vor deinem geistigen Auge. Du achtest dabei vor allem auf das Ausatmen, das du bewusst ausführst. Sollte nach 5 Schritten keine Veränderung eintreten, hebst Du die Hand mit dem Strick, die dem Pferd am nächsten ist, leicht an. Wenn eine Verlangsamung eingetreten ist, lobst Du Dein Pferd umgehend und gehst wieder fleissiger vorwärts.
  • Für eine fleissigere Bewegung werden deine Schritte wieder leichter und von der Schrittlänge her grösser. Du richtest dich etwas mehr auf und hast den Fokus wieder weit nach vorne gerichtet. Bei der Atmung achtest du etwas mehr auf das Einatmen und hast einen fleissigen Schritt als Bild vor Augen. Sollte nach etwa 5 Schritten keine Veränderung eintreten, sollst Du die eigene Energie noch einmal überprüfen. Im Zweifelsfall lass das Pferd noch langsamer gehen, achte auf Deine Körpersprache und übe dann wieder eine Verstärkung. Lobe jede Schrittverlängerung.

Abwechslung

  • Nun werden regelmässige Wechsel zwischen Verkürzen und Verlängern geführt. Je häufig du dies machst, desto klarer wird für dich und dein Pferd die Hilfengebung und je feiner und schneller erfolgt die Reaktion. Es geht erst einmal nur darum, dass es eine fühl- und sichtbare Veränderung gibt.

Das Ergebnis

  • Funktioniert diese Übung wirst du schon deutlich mehr über deine Körpersprache und dein Pferd wissen. Es ist eine perfekte Vorbereitung für das Anhalten mit sanften Hilfen.

Wenn die Übung zu Beginn nicht so recht klappt mag, kann es daran liegen, dass das Pferd zu lange nicht auf deine Körpersprache achten musste. Es muss dann neu lernen sich zu achten und vor allem du musst lernen, sie wirklich gezielt einzusetzen. Daher korrigiere zu Beginn nicht an deinem Pferd. Konzentriere dich ganz auf dein Gefühl und deine Gedanken, deine Bewegungen und deine Haltung. Was wir nicht möchten ist es dem Pferd die Übung über ergänzende Hilfen beizubringen, obwohl es vom Signal her gar keinen Sinn macht. Das führt dann wieder nur zu vermehrtem Einsatz von Hilfsmitteln. Ziel sind aber feine Hilfen von Beginn an.

Diese Übung kann auf einem Reitplatz, wie auch im Gelände durchgeführt werden. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn das Pferd sich fein regulieren lasst. Das Gefühl der Verbundenheit wird dadurch immer grösser und man kann dann mit der Zeit sogar aus dem Trab sanft über die Körpersprache anhalten, weil die Kommunikation für beide so wunderbar verständlich ist.

Diese Übung legt den Grundstein dafür. Probiere es aus und verfeinere deine Hilfen und die Kommunikation mit deinem Pferd.

Die Achtsamkeit

In dieser Übung wollen wir das Pferd über die Körpersprache im Schritt über feinste Signale Schritte verkürzen und verlängern lassen. Wie in einem Fluss, der auch einmal langsamer und mal schneller fliesst. Egal wie weit das Pferd ausgebildet ist, wollen wir feine Hilfen von Beginn an einsetzen. Wir verbinden diese Übung bei Bedarf mit einer Stimmhilfe und maximal durch Heben der Hand als Verstärkung. Am Strick wird nicht gezogen oder gezupft, ausser wir befinden uns in einer Gefahrensituation. Ich empfehle daher aber auch, dies und das Anhalten vor dem Gang in den Strassenverkehr zu üben. Und auch mit einer Gerte oder einem Seilende wird weder angetrieben, noch zum Verlangsamen an die Brust geklopft. Ebenso wird ein Seilende nicht vor dem Kopf gedreht. Wichtig ist die generelle Reaktion des Pferdes auf die Körpersprache. Lobe dein Pferd dafür, wenn es dir zuhört.

Diese Übung dient als perfekte Vorbereitung für ein sanftes Anhalten über die Körpersprache. Und sie ist zudem für Freizeitreiter, die hauptsächlich im Gelände spazieren gehen ebenso geeignet, wie für das Zusammensein auf einem Platz oder in der Halle.

Die Expertin

Kristina GauMein Name ist Kristina Gau Hiltbrunner. Ich arbeite als Vermittler zwischen Mensch und Pferd in Bern und Umgebung. Mein Schwerpunkt liegt auf dem zwanglosen Zusammensein mit dem Pferd. Ob gymnastische Freiheitsschule und Longieren mit Körpersprache, Bodenarbeit oder Reiten mit feinen Hilfen von Anfang an. Mir ist es wichtig, dass Pferd und Mensch ihren gemeinsamen Weg finden und dabei eine enge Partnerschaft entsteht. In meinem Online-Lernkreis begleite ich dich auch aus der Ferne und biete neu einen Meditations-Workshop speziell für Pferdemenschen an. Weitere Übungen wie diese findest du auf meiner Website.

Auf 4my.horse habe ich bereits zwei Fragen zur Aufgabe beantwortet: Stallgespräch

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Challenge Kristina Gau Hiltbrunner.pdf
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Kristina Gau Hiltbrunner

3036 Detligen / BE

kristina@individuelles-freizeitreiten.ch

076 472 03 82




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