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Gabor - Tag 1

Manche von euch haben bereits davon gehört, dass ich mich in den nächsten etwa 6 Monaten regelmässig um Gabor, einen vierjährigen Konik Hengst, kümmern werde. Seine Besitzerin wird in der Zeit in England sein und ich werde voraussichtlich zwei Mal die Woche zu ihm gehen. Er hat bereits eine sanfte Ausbildung genossen, etwas longieren und auch schon einen Reiter auf dem Rücken gehabt. Aber in den letzten Wochen hatte er kein Training. Nun heisst es also vom Boden aus Vertrauen aufbauen, Kenntnisse verfeinern und neues erlernen. 


Heute war ich zum ersten Mal bei Gabor. Ich holte ihn von der Weide und wir gingen gemeinsam auf den Platz. Es ging bei dem Treffen um ein erstes Beschnuppern. Zu Beginn habe ich ihn frei laufen lassen um zu sehen, wie er sich verhält. Seine Aufmerksamkeit galt erst einmal alten Pferdeäppeln, die noch herum lagen. Und dann war es vor allem etwas Gras, das ihn magisch anzog. Dies ist eine typische Situation, die Pferdemenschen strak verunsichert. Man wünscht sich, dass das Pferd sich einem anschliesst. Aber das Pferd sieht darin keinen Mehrwert. Ich werde darauf dann in den nächsten Beichten noch genauer zurück kommen. Ich habe mit ihm heute mal ausprobiert, ob und wie er sich aktivieren lässt und wie er damit umgeht, wenn ich ihm Raum nehme. Am Ende habe ich noch kurz eine gebisslose Zäumung angezogen, was eine grosse Veränderung zur Folge hatte. Er folgte mir damit sehr gut und hörte eher zu.

Aber wie soll es nun weiter gehen, wenn das Pferd sich nicht frei anschliesst?
Man könnte sagen, man kommuniziert jetzt einfach erst einmal nur noch mit Halfter oder ähnlichem. Aber ich sehe Freiarbeit nicht im Sinne von Freiheitsdressur, warum ich es auch lieber Freiheitsschule nenne. Ich möchte eine Kommunikation beginnen, die frei entsteht. Also wenn das Pferd sich mir nicht anschliesst, ist das eine wichtige Information. Das Pferd über Druck zu trainieren, bis es sich anschliesst, hat nichts mit Freiheit zu tun. Denn dadurch hat das Pferd keine wirkliche Wahl. Ich werde daher andere Wege suchen. Mehr werde ich beim nächsten Mal berichten. Aber natürlich ist auch die Kommunikation an einem Halfter ein Teil der Ausbildung. Ich werde dann situationsbedingt entscheiden, was wir gemeinsam machen.

Ich freue mich in den nächsten Wochen über die weiteren Erfahrungen berichten zu können.

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Kommentare: 1
  • #1

    Annika (Sonntag, 15 April 2018 08:59)

    So toll! Ich finde es mega interessant und bin schon gespannt was du als nächstes zu erzählen hast. Auch für die Zusammenarbeit mit Lunja ist es sehr spannend. Ich bin immer wieder dankbar dich als so tollen Coach zu haben! Gruss Annika

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Kristina Gau Hiltbrunner

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