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Gabor - Tag 17-18

Ich wollte diese Woche eigentlich noch öfter bei Gabor gewesen sein. Offiziell von der Besitzerin gebucht bin ich für zwei Mal die Woche. Doch mir wurde schon schnell klar, dass das nicht wirklich reicht. Denn um eine Beziehung aufzubauen, vor allem mit einem sich so selbst bewusstem Pferd, braucht es einfach Zeit. Aber leider habe ich es diese Woche nur zwei Mal zu ihm geschafft. Vielleicht kann ich morgen noch einmal hin.

 

Am Montag wollte er sich erst einmal nicht das Halfter anlegen lassen.  Er sagte kurz Hallo und als ich ihm das Halfter zeigte, drehte er sich weg und ging ein paar Schritte. Ich nehme so etwas gar nicht persönlich, blieb ganz bei mir und liess ihm noch Zeit. Schon kurze Zeit später durfte ich ihn dann doch  aufhalftern. Ich hatte es etwas grösser gemacht, da es ihm zu eng war. Jetzt sitzt es wieder besser. Wir gingen dann zusammen auf den Reitplatz. Dort haben wir an der Biegung und Dehnung geübt. Er hat sich grosse Mühe gegeben, obwohl er noch immer viel nach anderen Pferden schauen muss. Dann wollte ich endlich mal seine Hufe kontrollieren. Das war dann aber wirklich zu viel für seine Nerven. Weder das ruhige Stehen, noch das Hufe ruhig halten, liess sein mentaler Zustand zu. Ich weiss, dass er das kann. Aber dafür braucht es auf jeden Fall innere Ruhe. Auf die Gelassenheit haben wir ja eh einen Fokus gesetzt. Wir werden das mit den Hufen ab jetzt ebenfalls regelmässiger üben.

Als ich heute mein Auto parkte, sah ich ihn gerade auf die Weide zu den anderen Hengsten galoppieren. Er war wahrscheinlich erst gerade rausgelassen worden und mir war bewusst, was das wahrscheinlich bedeuten würde. Aber ich nahm das Halfter und den Hufauskratzer trotzdem mit auf die Weide. Mir ist es wichtig so neutral wie möglich zu sein. Dies hat für mich etwas mit Erdung zu tun. Und doch hatte er wirklich keine Zeit. Ich versuchte daher gar nicht erst ihm das Halfter anzuziehen. Wir verbrachten etwas Zeit zusammen und er kümmerte sich dann immer wieder um seine Jungs. Wie vermutet war ich für ein Training einfach zu falschen Zeit an den Hof gekommen. Jedes Pferd hat seinen Rhythmus und mir ist es wichtig diesen zu achten. Je enger die Beziehung zwischen Mensch und Pferd wird, desto eher können beide Kompromisse eingehen. Aber heute passte es einfach nicht zusammen. Mir ist es wichtig, dass das Pferd seine Meinung behält und ihm nicht durch Methoden seine Entscheidungsfreiheit zu nehmen. Ich freue mich schon auf unsere nächste Begegnung. Ab nächster Woche dann wieder häufiger.

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Kristina Gau Hiltbrunner

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