So sind Pferde - Die Herde

Dass Pferde Herdentiere sind, ist für dich sicherlich keine neue Erkenntnis. Und doch treffe ich immer wieder Menschen, denen die tiefe Bedeutung dessen noch nicht ganz bewusst ist. Die Herde ist alles für das Pferd, sie bietet vor allem Schutz, Sicherheit und Freundschaften. Wir Menschen sind nicht Teil der Herde, wir sind meist eher Besucher, die auf 24 Stunden bezogen eher nur kurz vorbei schauen. Und wir sind keine Pferde, was die Pferde auch wissen. Ich finde es sehr wichtig zu verstehen, wie Pferde denken, fühlen und kommunizieren. Aber einges davon wird gerade in der letzten Zeit wieder anders bewertet und so gesehen neu entdeckt. Wenn es immer noch heisst, dass man als Mensch das Leittier werden muss, so stimme ich dem nicht zu. Ein Leittier lässt die Herde nicht einfach alleine und kommt erst am nächsten Tag wieder. Eine Herde bleibt zusammen, denn sie brauchen einander. So hoffe ich, dass mehr Menschen verstehen lernen, dass sie nicht das Alpha-Tier werden müssen. Natürlich, sie müssen eine vertrauensvolle und respektvolle Beziehung zum Pferd aufbauen. Aber dies kann man ganz anders erreichen, als manche Methoden einem glauben lassen möchten. Auch wenn die Erklärungen dazu auf den ersten Blick logisch klingen.

 

Wenn das Pferd stark an seiner Herde hängt, nicht ohne sie sein möchte, führt das für den Menschen oft zu Problemen. Er hat schliesslich andere Pläne mit dem Pferd, möchte vom Hof wegreiten, oder das Pferd auch nur aus der Herde nehmen. Jedes Pferd kann mit einer solchen Trennung anders umgehen und jedes braucht eine andere Herangehensweise. Es über "Druck und Pause" davon zu überzeugen, dass es nur Ruhe beim Menschen findet, ist für mich schlicht nicht der Weg. So muss ich ihm anders beweisen, dass ich für seine Sicherheit sorgen kann und mich um ihn kümmere, solange wir zusammen sind. Ich werde es nicht abschlagen oder in nicht enden wollenden Kreis jagen, damit es sich "freiwillig" anschliesst. Denn auch wenn das Pferd dadurch etwas lernt, ist es nicht das was ich ihm beibringen möchte. Pferde sind individuelle Persönlichkeiten und wollen auch als solche gesehen werden. Mehr dazu beim nächsten Mal!

 

Pferde haben eine Struktur innerhalb der Herde, in der mindestens einer führt. Das gibt Sicherheit. Aber die Strukturen können je nach Situation eben auch fliessend sein. Ich empfehle dir in diesem Zusammenhang das Buch von Marlitt Wendt "Vertrauen statt Dominanz". Dieses Buch hat meine Sicht auf das Training und das Zusammensein mit Pferden grundlegend verändert. Ich werde es ab heute noch einmal von Anfang an lesen. Wichtige Bücher kann und sollte man einfach mehrfach lesen!

 

Wichtigen Faktoren, um dem Pferd Sicherheit zu geben und dadurch sein Vertrauen zu bekommen sind für mich: Achtsamkeit, Verständnis, Berechenbarkeit, Fairness, Körperhaltung/-sprache, Ruhe, Zentrierung/Erdung, Energie und Selbstbewusstsein. Und ja, es kann zu Teilen auch mit Grenzen zu tun haben. Aber dies ist nicht der Hauptfaktor der Ausbildung, auf dem alles aufbaut. Es ist lediglich ein Baustein und daher distanziere ich mich von der üblichen Dominanztheorie. Ich unterrichte nach keinem in Stein gemeisselten Plan, denn mein Unterricht ist keine Methode im eigentlichen Sinne.  Es ist eine Sprache, die jeder Mensch etwas anders sprechen wird und auch muss. Denn genau wie unsere Pferde sind auch wir Individuen. Aber ich zeige dir grundlegende Prinzipien, wie du Vertrauen und Harmonie mit deinem Pferd erreichen kannst.

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Kristina Gau Hiltbrunner

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