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Gabor - Tag 20-23

Ich habe nun ein paar Tage nicht über das Training mit Gabor berichtet. Das liegt daran, dass es nicht wirklich ein Training gab. Der Herr wurde abweisend und wollte nur ungern von der Herde getrennt werden. Als weitere Herausforderung machte er es den Hofbesitzern schwierig, die Herde am Abend in den Stall zu holen. Er selber liess sich nicht einfangen und liess die anderen auch nicht in den Stall kommen. Zum Glück wurde dies nach ein paar Tagen bessern und die Hofbesitzerin konnte mit ihm mehrfach täglich üben, dass er sich den Strick anlegen lässt. Aber es zeigte sich eben schon über die letzten Wochen, dass er als Hengst doch recht viel Stress hat. Die Aufgabe in der Herde und die Aufregung beim begegnen anderer Pferde ist doch sehr anstregend für ihn. Auf die Zukunft gesehen würde es für ihn wahrscheinlich besser sein, zum Wallach zu werden. Über den kontinuierlichen Umgang lässt sich sicherlich einiges erreichen. Aber sein Drang andere Pferde als Leitfigur führen zu müssen, wird dadurch sehr wahrscheinlich nicht abnehmen. Jetzt wo ich diese Worte schreibe überlege ich doch, ob es nicht einen Weg gibt. Aber die Besitzerin wird mit ihm in ein paar Monaten voraussichtlich in einen anderen Kanton ziehen und ich kann sie dann nicht mehr betreuen. Ob sie bei sich eine passende Unterstützung findet, die nicht nach sogenannten Dominanzmethoden arbeitet, ist unklar. An erster Stelle steht immer das Wohl des Pferdes und ein anhaltender Stress muss unbedingt vermieden werden. So wie sich die ganze Situation darstellt ist eine Kastration wohl der richtige Schritt für ihn, seine Herdenmitglieder, andere Pferde und die Menschen in seiner Nähe. Aber wir werden noch sehen, ob und wann es gemacht werden soll. Es eilt nicht extrem und wir wollen sicher gehen, wirklich die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Heute bekam ich die Nachricht, dass er lahm geht. Der Tierarzt war bereits da und er bekommt einen Entzündungshemmer. Ich hoffe, dass dies hilft. Ich bin am späten Nachmittag zu ihm gefahren. Wir begrüssten uns auf der Weide und im ersten Moment wollte er sich nicht den Strick um den Hals legen lassen. Aber es braucht nur ein paar Momente klarer Körpersprache und er war bei mir. Hier habe ich auch an meiner Energie gearbeitet. Denn auch wenn manches einfach Übung braucht, so bringen wir als Mensch eben auch viel mit in dieses Zusammensein. Nach unserem letzten Pferde-Live-Talk zum Thema "Energie" haben ich meine mentalen Bausteine auch noch einmal genauer angeschaut und mich heute anders auf das Treffen vorbereitet. Ein grosser Dank aber auch an die Hofbetreiberin des Hufhofs, die regelmässig mit ihm geübt hat! Mir ist es im Moment leider nicht möglich täglich oder gar mehrfach täglich zu ihm zu gehen. Aber ich freue mich, dass das voraussichtlich spätesten im Juli ändern wird. Ich bin mit ihm ein paar Schritte auf der Weide gegangen und man sah gut, dass er Schmerzen hat. Offenbar kommt es von der Schulter her. Als ein anderer Hengst auf uns zu kam habe ich mit meiner Körpersprache dafür gesorgt, dass er Abstand hält.  Ich mag alle Pferde dort sehr, aber wenn ich ein Pferd bei mir habe kümmere ich mich um sein Wohlbefinden. Wenn ein anderes Pferd zu nah kommen würde, müsste Gabor sich wieder um seine Position kümmern und das möchte ich nicht. Er soll sich bei mir sicher fühlen und muss nicht etwas beweisen. Ich habe ihm dann den Strick wieder abgenommen und er ist frei bei mir geblieben. Kurz hat es etwas Gras gefressen, doch die meiste Zeit stand er einfach ganz ruhig neben mir. Ich habe ihn ein bisschen gekrault und ich durfte ihm dann sogar einen Meridian ziehen, was er sichtlich genossen hat.

 

Nun warte ich noch auf die Rückmeldung seiner Besitzerin, dass wir das mit der Kastration so machen dürfen und wir hoffen, dass es seiner Schulter bald besser geht. Wir sind gespannt wie es weitergeht.

Gabor während ich ihm einen Meridian ziehe, frei auf der Weide
Gabor während ich ihm einen Meridian ziehe, frei auf der Weide

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Kristina Gau Hiltbrunner

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