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Was macht dir Angst?

Heute möchte ich über das Thema "Angst" sprechen. Noch vor wenigen Monaten hätte ich mit Überzeugung gesagt, dass ich in Bezug auf Pferde keine habe. Denn ich empfinde mich als sehr sicher im Zusammensein mit ihnen. Doch ich bin heute davon überzeugt, dass fast jeder Pferdemensch Ängste hat. Hier ein paar Beispiele:

  • Kann ich meinem Pferd genug bieten?
  • Bilde ich es so aus, dass es lange gesund bleibt?
  • Erkenne ich die Bedürfnisse meines Pferdes richtig?
  • Liebt mich mein Pferd?
  • Werde ich meinem Pferd wirklich gerecht?
  • Habe ich das falsche Pferd gekauft, weil es vielleicht nicht reitbar ist?
  • Was ist, wenn mein Pferd mit mir im Gelände durchgeht?
Wenn wir uns mit unseren Ängsten beschäftigen, müssen wir zugleich über unsere Vorstellungen und Erwartungen nachdenken. Warum habe ich ein Pferd? Warum möchte ich Reiten? Was ist mir wichtig? So haben unsere Ängsten auch etwas positives. Denn sie bringen uns im besten Fall dazu, dass wir uns selber näher kommen. Und das wunderbare, wenn wir unsere Themen angehen, so hat dies meist unmittelbar einen positiven Einfluss auf das Pferd. 

Und ja, auch ich habe Ängste. Eine Angst betrifft die Tatsache, dass ich kein eigenes Pferd besitze. Soweit wie man ein Pferd überhaupt besitzen kann. Aber ja, mein Trakehner Samson gehört mir nicht. Seit nun bald 7 Jahre kümmere ich mich vollumfänglich um ihn, sein Wohl und seine Förderung. Er ist mein Pferd, aber nicht auf dem Papier und nicht mit der vollen Verantwortung. Dies hat verschiedene Gründe und es gab Tage, an denen ich mir wünschte es wäre anders. Ich würde ihn dadurch ja nicht mehr oder weniger lieben, aber vor allem ängstigte mich in dem Zusammenhang die vermeintliche Meinung anderer. Wie kann man Trainerin sein, ohne ein Pferd zu besitzen? Wie kann man Pferdemenschen beraten und coachen? Ganz ehrlich, das geht sehr gut! Denn ich lebe für Pferde, ich reflektiere ständig, bilde mich weiter und habe mit Jiyuma einen einfühlsamem Weg mit ihnen gefunden, den ich an meine Schüler weitergebe. Alle Pferde bereichern mein Leben und ich hoffe ihnen im Gegenzug etwas zurück geben zu können, indem ich sie und ihre Menschen auf verschiedenen Ebenen unterstütze. Und so stelle ich mich meiner Angst, dass manche Menschen dies nicht verstehen werden. Aber das Leben schreibt sein eigenes Buch, indem es keine festen Normen gibt. Wie etwas zu sein hat können nur wir für uns entscheiden, oder das Leben entscheidet es in diesem Moment für uns. Aber wer wir sind und was uns ausmacht liegt einzig und allein in unserer Hand, wenn wir uns unseren Ängsten stellen. Es ist nicht das Stück Papier auf dem steht, dass ich Trainer bin. Und im Gegenzug ist es auch nicht der Fakt, dass sonst alle Trainer mindestens ein Pferd ihr Eigen nennen. All das macht mich nicht aus. Was mich ausmacht ist mein Herz, meine Erfahrung und mein Weg.

Was ist deine Angst und hast du dich ihr bereits gestellt? Und sag jetzt bitte nicht gleich, dass du keine hast. Denn wenn wir ehrlich sind, sind wir alle sehr zerbrechlich und meinen es nach Aussen hin nicht zeigen zu dürfen. Aber da uns Pferde direkt durchschauen, empfehle ich dir die Auseinandersetzung mit deinen Themen. Es ist viel entscheidender was du über dich selber denkst.

Gerne begleite ich dich im Prozess, deine Ängste mit Pferden zu verstehen und sie in Kraft umzuwandeln. 

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Kristina Gau Hiltbrunner

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