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Aktuelle Gedanken zum Reiten

Nachdem vor ein paar Tagen entschieden war, dass das Knotenhalfter am besten nicht mehr genutzt wird, du kannst mehr dazu im letzten Artikel nachlesen, stellte sich die Frage nach einer passenden Zäumung fürs Reiten. Ach nein, es stellte sich eigentlich zu erst einmal die Frage nach der Berechtigung und Art des Reitens überhaupt. Aber ich erzähle erst einmal von der Zäumung.

Samson hat 3, mehr oder wenige aktive, Zäumungen: Bosal, Natural Hackamore mit dem besagten Knotenhalfter und ein Zaun mit Schenkeltrense. Letzteren schätz er meiner Beobachtung nach am wenigsten. Und es gab noch eine Art Bitless Bridle, welches eine ganz schlechte Passform hatte und auch nicht sehr geschätzt wurde. Aus dieser habe ich jetzt eine neue gebisslos Zäumung gemacht. Es geht eher in die Richtung kolumbianischen Bosal. Sie passt auf jeden Fall nun deutlich besser. Aber wie findet er sie? Zum einen habe ich ihn gut beobachtet, als ich das erste Mal damit ausreiten war, wovon ich gleich noch berichte. Und da ich kinesiologisch arbeiten kann, habe ich die einzelnen Zäumungen einmal ausgetestet. Das bedeutet, dass ich über ein kinesiologisches Verfahren getestet habe, welche Zäumung mehr oder weniger Stress bei ihm hervorrufe. Für das Reiten sind Bosal und Natural Hackamore etwas gleich. Wenn er zwischen beiden wählen muss, würde er eher das Bosal nehmen. In der Wahl zwischen diesen beiden Zäumungen und der neuen Zäumung fällt die Wahl klar auf die neue. Bei Spazierengehen ist ein Halsseil vorne, gefolgt vom Stallhalfter und das Knotenhalfter am Ende. Von seiner Seite her ist klar, warum er eine Zäumung wählt. Aber was bewegt uns dazu, eine Wahl zu treffen? Meinst scheint es der Wunsch nach Kontrolle zu sein. Sei es über die Richtung, Geschwindigkeit oder Position des Kopfes. Doch brauchen wir diese Kontrolle überhaupt in jedem Fall? Hier kann man auch wieder sehr im Detail die Warum-Frage stellen.

Jetzt die Frage nach dem Reiten überhaupt. Dazu habe ich Samson auch über die kinesiologische Austestung zu Wort kommen lassen. Und er ist, wie ich auch, nicht absolut dagegen. Aber es wird ein paar Veränderungen geben:
  1. Ich werde mich vorher immer aufwärmen/lockern
  2. Ich werde vermehrt zu Fuss gehen (vorher, nachher oder auch zwischendurch)
  3. Pro Woche werden wir mehr als zuvor  etwas gemeinsam am Boden machen (Longieren, Bodenschule, Spaziergänge etc.)
Ich finde diese neuen Erkenntnisse wahnsinnig interessant. Bis jetzt war ich meist vom Stall aus losgeritten und selten einmal abgestiegen. Aber kann ein Pferd einen Menschen wirklich so lange tragen, ohne dass Muskeln verspannen oder Gewebestrukturen negativ beeinflusst werden? Ich versuchen im nächsten Artikel noch darüber zu schreiben. Aber für mich ist klar, dass wir das Reiten nicht als Selbstverständlichkeit ansehen sollten.
Am Wochenende sind wir eine kleine Runde ausgeritten, mit der neuen Zäumung. Das letzte Drittel bin ich gelaufen. Es war wunderbar! Wann ich absteigen sollte, hab ich wieder ausgetestet und es war erstaunlich wie aufmerksam er gewartet hat, während ich einen Regenschutz über den Sattel legte. Er machte insgesamt einen sehr zufriedenen Eindruck.
Jedes Pferd ist anders und es gibt Pferde, die nicht geritten werden möchten und andere, die wir (noch) nicht reiten sollten. Es gibt dafür keine pauschale Antwort! Aber eines ist für mich klar. Jeder von uns sollte sich intensiv mit der Frage beschäftigen, warum wir überhaupt Reiten oder gar ein Pferd haben. Hier noch ein interessanter Artikel dazu. Und dann sollten wir unserer Verantwortung gerecht werden, uns selber und das Pferd auf das Reiten entsprechend vorzubereiten. Ich werde in den nächsten Wochen noch mehr über den Reiter schreiben. Bis dahin, frage dich doch einmal selber, ob und wie du dich körperlich auf das Reiten vorbereitest. Solltest du dich nicht aufwärmen, was die meisten Reiter nicht tun, frage dich doch einmal warum nicht?
Als Resultat meiner aktuellen Erkenntnisse, wird mein Angebot zum Reiten mit feinen Hilfen entsprechend angepasst. Aber es fühlt sich toll an, dass das meiste so bleiben kann und die neuen Erkenntnisse den ursprünglichen Weg lediglich ergänzen. Ich freue mich sehr, wenn ich auch dich auf einem harmonischen Weg mit deinem Pferd unterstützen kann!

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Kristina Gau Hiltbrunner

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