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Ist Reiten schädlich für das Pferd?

Am 3. Dezember habe ich den Titel zu diesem Artikel gespeichert, hatte aber noch keinen Text dazu. Aber mir war schon klar, dass es ein wichtiger, wenn auch schwierig zu schreibender Artikel werden würde. Denn es ist nicht nur ein komplexes, sondern auch ein sensibles Thema. Am 25. November hatte ich für das Pferdenetzwerk bereits den Artikel "Die neue Verantwortung des Reiters" geschrieben und dieser Artikel hier sollte noch mehr in die Tiefe gehen. Jetzt ist es bereits Februar des neuen Jahres und es wird an der Zeit, die Erkenntnisse meiner bisherigen Recherchen aufzuschreiben. Ich möchte mich auch sehr bei meinen Kolleginnen Sabrina und Ariane bedanken, die mich zusätzlich mit Infomaterial und Links versorgt haben.

 

Bevor es losgeht möchte ich betonen, dass ich hier von Recherchen, Studien und eigenen Erfahrungen berichten werde. Es ist keine in Stein gemeisselte Wahrheit, sondern führt nach entsprechender Analyse zu den Schlüssen, über die ich jetzt berichten möchte. Es soll nicht anklagen, noch verurteilen. Es soll es dir ermöglichen, dir deine eigenen Gedanken zu dem Thema zu machen und eigene Schlüsse daraus zu ziehen., so wie ich es auch getan habe.

Der Pferdekörper im Wachstum

Beginnen wir also erst einmal beim Pferd. Denn auf seinen Körper meinen wir uns setzen zu müssen.

Viele Pferde werden meiner Einschätzung nach zu früh angeritten. Manche überstehen dies offenbar unbeschadet bis ins hohe Alter. Aber wenn wir davon ausgehen, dass einige Knochenbereiche ihr Wachstum erst mit 5-6 Jahren abschliessen, so ist ein Einreiten mit 3 Jahren wirklich zu früh. Hier findest du eine Ansicht zu den Wachstumsphasen. Jedes Wachstum bringt Herausforderungen für die Balance mit sich. Dies ganz unabhängig vom zusätzlichen Gewicht eines Reiters. Und es gibt auch keine Nachweise, dass gewisse Rassen in dem Bereich frühreif sind. Es passt dann wohl einfach besser in das Businesskonzept. Zudem sind junge Pferde aufgrund ihrer mentalen Reife besser kontrollierbar. Der Bereiter möchte es gerne einfacher haben, als mit einer starken Persönlichkeit verschiedene Lösungsansätze auszuprobieren und gar über das dreifache an Zeit brauchen. Rein vom Körperbau her kann ein Pferd sehr gut auch erst deutlich nach 4 Jahren angeritten werden. Es schadet dem Körper absolut nicht und sollte in Bezug auf das Wachstum lieber herausgezögert und mit entsprechender Schulung am Boden aufgebaut werden.

 

Prof. Dr. Erwin Zschokke hat 1892 Untersuchungen der Beweglichkeit der Pferdewirbelsäule durchgeführt. Leider habe ich die Originalquelle noch nicht einsehen können. Sie wird in diesem Artikel (PDF) von Maksida Vogt von 2008 erwähnt. Er kam zu dem Schluss, dass sich die Dornfortsätze der Rückenwirbelsäule bei einem Gewicht von 50-80 kg um 4 cm senken. 4 cm ist wirklich eine Menge und muss vom Pferd auf irgendeine Art kompensiert werden. Ein zu frühes Anreiten bringt hier sicherlich Probleme mit sich, wie auch die fehlende Kraft des Jungpferdes. Nur noch selten werden Pferd ausgiebig an der Hand geschult, bis sie zum ersten Mal einen Reiter tragen. Sadko Solinski beschreibt in seinem Buch "Das Gymnasium des Freizeitpferdes", wie das Pferd zu erst an der Hand vorbereitet wird. Er nennt jedoch kein Alter für das erste Reiten. Jedoch sieht auch er es für unabdingbar, dass das Pferd gymnastiziert wird und sich selber gut tragen kann. Das bedeutet nicht das Pferd longieren, um es damit für das aufsitzen müde zu machen, sondern als gezielte Körperschulung. Auch Hilfszügel haben hier keinen Platz, das Pferd sich unabhängig von Ausrüstung tragen lernen soll. Es muss lernen seine Balance zu finden und darf in keine Haltung gezwungen werden. Das beste Gefühl für deinen Körper und sein Gleichgewicht findet es mit einem sinnvollen Aufbau mit so wenig Material wie möglich. Die meisten Jungpferde sind heutzutage weit davon entfernt, gut am Boden trainiert zu sein. Und auch ich habe dies in meiner Vergangenheit nicht beachtet. Dies zu Teilen aus Unwissenheit und zum anderen weil ich das Reiten tatsächlich als eine Selbstverständlichkeit angesehen habe.

Intervall-Ausritt mit Trakehner Samson
Intervall-Ausritt mit Trakehner Samson

Pferde als Gewichtsträger

Schwerere Reiter brauchen ein Pferd, dass sie tragen kann. So heisst es immer wieder. Sogenannte Gewichtsträger sollen die Arbeit übernehmen. Je grösser und stabiler ein Pferd gebaut ist, desto eher wird es als Gewichtsträger bezeichnet. Dieser Ausdruck bezieht sich aber nur auf die Knochenstruktur des Pferdes. Was hier nicht Beachtung findet ist der Muskelzustand und oft eine erhöhte Körpermasse, die ebenfalls von den Knochen und Gelenken getragen sein will. Die Länge des Rückens wird zudem oftmals nicht beachtet. Je länger der Rücken ist, desto schlechter kann er Last tragen. Je kürzer und damit quadratischer der Körperbau, desto mehr Gewicht kann theoretisch getragen werden. Pferde mit kurzen Rücken spannen ihre Rücken beim Aufsteigen oft stark an und später, wenn die Kraft nicht mehr reicht, hängen auch diese Rücken durch. Die kürzeren Rücken haben aber in dem Zusammenhang auch weiteren einen Nachteil. Denn sie lassen nur das Tragen von relativ kurzen Sätteln zu. Je schwerer der Reiter aber ist, desto grössere Sättel braucht er oder sie. Ist der Sattel zu gross bzw. zu lang  für das Pferd, werden auch hier die sensiblen Lendenbereiche negativ beeinflusst. Die Passform und Auflageflächen sind daher entscheidend, wie auch zu Teilen in diesem Link nachzulesen ist. Zudem wird es auch bei einem Kaltblut zur Absenkung der Brustwirbelsäule kommen, die durch Muskelkraft kompensiert werden muss. Kein Pferd wird jedoch mit tragfähigen Muskeln geboren. Auch hier liegt es also wieder in der Verantwortung des Menschen das Pferd entsprechend vorzubereiten. Dies hat dann auch für die eigene Beweglichkeit Vorteile.  Um das Reitergewicht geht es jetzt im nachfolgenden Teil.

Wie viel Gewicht wird zur Last?

Um das bereits vorweg zu sagen, hier kommt es selbstverständlich auf einige Faktoren drauf an. Nicht nur der Ausbildungsstand des Pferdes spielt hier eine Rolle, auch seine generelle körperliche und psychische Konstitution, sowie die Passform der Ausrüstung. Ist ein Sattel unpassend, ist es egal wie viel oder wie wenig ein Reiter wiegt. Denn es wird in jedem Fall ein Problem für das Pferd sein. Und doch sind wir es, die den Hauptanteil an Gewicht bringen. Hier muss man neben dem eigenen Körpergewicht auch die Kleidung, im Winter schwerer als im Sommer, in Betracht ziehen. Dann kommt das Gewicht des Sattels hinzu (Dressursattel, Westernsattel, Fellsattel) und auch die Beweglichkeit des Menschen spielt eine Rolle. Aber egal wie beweglich jemand auch sein mag, am Gewicht ändert dies nichts. Es kann wenn überhaupt nur mehr oder weniger unangenehm fürs Pferd werden.

 

In Grossbritannien gab es  2013 eine Studie zum Reitgewicht (Dr. Emma Halliday und Hayley Randle). Eine deutsche Zusammenfassung findest du unter diesem Link. Die Studie gab Anhaltspunkte für unbedenkliche Gewichtsrelationen. Das Idealgewicht wurde hier auf 10% des Pferdegewichtes definiert, inkl. Ausrüstung von Mensch und Pferd, das Normalgewicht bei 10-15% und eine zu hohe Belastung bei über 15%. Eine amerikanische Studie der Ohio State University aus  2008 kam zu dem Schluss, das maximal 15-20% inkl. Ausrüstung akzeptabel sind. In diesem Link findest du eine englische Zusammenfassung der Ergebnisse. Es wurde anhand der Körpertemperatur, Schweissbildung und Herzschlag gemessen, welche Belastungen zumutbar sind. Bei jeder Messung kommt es aber zudem auf den Körperbau und die Konstitution des Pferdes, sowie die Art und Dauer der Belastung darauf an. Je feingliedriger das Pferd ist und je nach Art des Reitens, desto weniger sollte zugemutet werden. Ich gehe zum Wohle des Pferdes daher eher von einem Wert von maximal 10-15 % aus, wie er in der neueren Studie definiert wurde. Bei einem Pferd von rund 600 kg Körpergewicht kommt nach Abzug von Ausrüstung wie Sattel und Kleidung der Reiters, die mit 10 kg veranschlagt wird, ein theoretisches Idealgewicht des Menschen von 80 kg in Frage. Mein Trakehner wiegt schätzungsweise maximal 580 kg. Wenn ich auch hier für die Ausrüstung 10 kg veranschlage, so komme ich auf ein maximales Gewicht von 77 kg für mich als Reiter. Doch was ist mit einem schwereren Kaltblut? Gehen wir davon aus, dass es einen nicht zu langen Rücken und gute Bemuskelung hat, so wiegt als Beispiel ein Noriker schätzungsweise 700 kg (Wert aus dem Buch: Der neue Kosmos Pferdeführer, Martin Haller, 2009, S. 170). Bei einer Berechnung von 15% des Pferdegewichtes kommen wir auf ein Maximalgewicht des Reiters von 105 kg inkl. der Ausrüstung.  Was es bedeutet, wenn der Reiter ohne Kleidung und Ausrüstung alleine 100 kg wiegt, lasse ich dich gerne selber ausrechnen. In diesem Link findest du ein paar Durchschnittswerte und auch eine Messanleitung für die ungefähre Berechnung des Körpergewichtes.

 

Es macht durchaus Sinn die Kleidung und Ausrüstung zu wiegen. Denn mancher Dressursattel wiegt bereits zwischen 5-8 kg inkl. der Steigbügel. Westernsättel sind da oft deutlich schwerer. Es heisst, dies würde dem Pferd nichts machen, da hier das Gewicht besser verteilt wird. Jedoch kommt es erst einmal nicht auf die Verteilung, sondern das Gewicht an, das getragen werden muss. Jeder Sattel sollte das Gewicht optimal verteilen und auf das jeweilige Pferd passen. Dies muss in regelmässigen Abständen von einem erfahrenen Sattler überprüft werden. Gerne kann ich meine Kofferwaage für einen Termin bei dir mitbringen, damit wir die Ausrüstung wiegen können.

 

Ich möchte dir ans Herz legen, dies auch einmal für dich nachzurechnen und gegebenenfalls Massnahmen zu ergreifen (siehe unten)! Die Jahre zuvor war ich von einem geringeren Pferdegewicht, jedoch der 20%-Belastung ausgegangen. Diesen Wert hatte ich immer weit unterschritten. Aber wie es sich zeigt ist es wichtig, seinen Kenntnisstand immer wieder zu überprüfen und mit neueren Erkenntnissen abzugleichen.

 

Ein anderer Punkt wird bei der Gewichtsfrage jedoch ausser Acht gelassen. Und das ist das Gewebe des Pferdes. Bei den oben genannten Studien ging es offenbar vermehrt um die Wirbel, Knochen und Gelenke und die Parameter wie Atmung, und Herzfrequenz. Man möchte, dass der Rücken sich aufwölbt und schwingt, wenn man im Sattel sitzt. Aber was passiert mit dem Gewebe auf dem wir sitzen? Untersuchungsergebnisse an Hunden, Schweinen und Menschen zeigten, dass bei einem Druck von 0,004 kg/cm2 die Blutzirkulation bereits zu zwei Dritteln behindert wird. Eine vollständige Blockierung wird beim Pferd selbst bei höherem Druck nur durch anhaltende Bewegung verhindert. Hier wird auch angeführt, dass das Pferd nur in den ersten 10 Minuten Unbehagen bzw. Schmerz verspüren wird,  wenn das Blut aus dem Gewebe gepresst wird. Danach soll eine Taubheit einsetzen. Im Stehen wirken die Kräfte besonders massiv. Mary Wanless kommt in ihrem Buch "Zum Wohle des Pferdes" (S. 111) auf Grundlage dieser Untersuchungen zu dem Schluss, dass bei weniger als 45-60 Minuten Reiten pro Tag keine Schäden selbst bei grösseren Druckbelastungen zurückbleiben sollten. Wie genau sie auf diese Antwort kommt, ist mir jedoch nicht ganz klar. Auch hier handelt es sich wohl um einen groben Richtwert.

 

Andere Quellen, wie der Pferdetrainer Alexander Nevzorov, sprechen von der bereits erwähnten Taubheit nach ca. 20 Minuten Reiten. Er beschreibt, dass die Hauptmuskeln des Rückens nur in den ersten 12-15 Minuten nicht mit Schmerz auf die Belastung reagieren. Nach 15 Minuten entsteht erstes Unbehagen, gefolgt von der erwähnten gehemmten Blutzirkulation. Nachdem er früher zu einer Reitpause von einem Jahr geraten hat, damit sich der Rücken von bereits gerittenen Pferden erholen kann, so reitet er heute offenbar als Konsequenz seiner Beobachtungen und Forschungen nicht mehr.

 

Ich möchte hier ausserdem betonen, dass das Aufsteigen wann immer möglich über eine Aufsteighilfe erfolgen sollte. Nicht aus Faulheit oder Unsportlichkeit. Sondern weil das Aufsteigen vom Boden aus, selbst bei bester Technik, zu einer enormen Kraftübertragung auf den Rücken des Pferdes führt. Die Belastung ist hier mehr als doppelt so hoch, als wenn von einer Erhöhung aufgestiegen wird und die Belastung dauert auch bis zu dreimal so lang. Je höher die Aufsteighilfe ist, oder wenn man gar nicht erst den Steigbügel belasten muss, desto geringer ist die Belastung. Weitere zusammenfassende Infos dazu findest du unter diesem Link.

 

Es liegt in unserer Verantwortung, den Pferden nicht zu viel zuzumuten. Denn die wenigsten von ihnen äussern ihr Unbehagen. Sei es, da sie meinen oder wissen es nicht zu dürfen, oder weil es andere Umstände nicht ermöglichen. Ich kenne auch aktuell keine Pferde, die einen unpassenden Sattel anzeigen. Die meisten lassen sich nichts anmerken und laufen einfach normal weiter. Daher  müssen wir auf ihr Wohl aufpassen!

4jähriger Konik Polski Hengst Gabor auf der Hengstweide (Kundenpferd)
4jähriger Konik Polski Hengst Gabor auf der Hengstweide (Kundenpferd)

Weniger Reitern oder gar nicht mehr Reiten?

Ok, eine andere Option ist es auch noch alles zuvor gelesenes zu ignorieren und einfach so weiter zu machen wie gehabt. Aber ich bin heute an dem Punkt, dass ich das nicht mehr kann. So habe ich mich also gefragt: "Weniger oder gar nicht mehr?". Ich habe das Gefühl zu dem Punkt kommen zu können, dass ich sage ich reite nicht mehr und verbringe auf die anderen vielfältigen Arten weiterhin Zeit mit Pferden. Und doch reite ich noch, aber anders als zuvor.

 

Folgende Punkte sind für mich entscheidend:

- Das eigene Körpergewicht bei max. 15 Prozent des Pferdegewichtes (inkl. Ausrüstung und Kleidung)

- Beweglichkeit und Lockerung der Reiters vor dem Reiten schulen

- Schulung des Pferdes am Boden für Muskelaufbau, Abwechslung und Kommunikation

- Reiten in Intervallen z.B. nach dem Jiyuma Balance Riding (auch bei Ausritten)

 

Das Reiten in kurzen Intervallen ist für mich derzeit die einzige Art einem Pferd das Reiten zumuten zu können. Und das auch, obwohl es bis jetzt kaum jemand so macht. Ich möchte dies anhand eines einstündigen Ausrittes erklären. Früher bin ich am Stall auf mein Pferd gestiegen, ausgeritten und am Stall wieder abgestiegen, sollte es unterwegs nicht einen Grund wie z.B. einen steilen Hügel als Absteigegrund gegeben haben. Heute lockere ich mich vor dem Reiten, gehe zu 80% erst einmal zu Fuss los und steige oft auch schon vor dem Stall wieder ab. Ich achte darauf wie das Pferd geht, spüre was der Rücken macht. Zudem teste ich es anhand des kinesiologischen Selbsttests aus, was zum Wohl des Pferdes ist. Auf dem Reitplatz wird auch erst einmal am Boden etwas geübt, bevor ich aufsteige. Je nach Trainingseinheit steige ich dann mehrfach auf und wieder ab. Dadurch kann sich der Rücken auch zwischendurch vom Gewicht erholen.

 

Natürlich kann auch ganz auf das Reiten verzichtete werden. Kein Pferd muss geritten werden um gesund zu bleiben! Die gemeinsamen Beschäftigungs-möglichkeiten sind zudem so vielfältig, dass Reiten für mich eh nur ein Teil des grossen Ganzen darstellt. Aber ich finde es in dem Zusammenhang wichtig auf das jeweilige Pferd zu hören. Mit dem kinesiologischen Selbsttest können wir herausfinden, welche Bedürfnisse wir haben und welche das jeweilige Pferd hat. In meinen Praxis kommt es immer wieder vor, dass mein Pferd mich erst später absteigen lassen möchte, als ich es gedacht hätte. Aber nur selten ist er mit einem sofortigen Aufsteigen nach dem Satteln einverstanden.

 

Wenn du dich zusammen mit deinem Pferd für das Reiten entscheidest, dann musst du es auch tun und das Training entsprechend gestalten. Du kannst es nicht 5 Tage auf eine Weide stellen und am 6 Tag mit ihm ausreiten. Das wäre zwar insgesamt dann auch weniger Last auf die Woche gerechnet, aber dein Pferd wird zum Tragen nicht in der Lage sein. Muskeln, Sehnen und Bänder müssen für das Tragen trainiert werden. Und das geht nur durch Reiten. Es braucht daher einen durchdachten Plan, damit ihr geritten unterwegs sein wollt. Lass dich im Zweifelsfall bitte beraten, wenn du dir bezüglich des Trainingsaufbaus nicht sicher bist. Aber auch das andere Extrem ist meinen Recherchen nach nicht produktiv. Jeden Tag 60 Minuten Reiten gibt dem Pferd keine Regenerationspausen. Alle Strukturen werden hier zu übermässig belastet. Auch kommt es darauf an, in welcher Form und welche Lektionen geritten werden. Ein Ausritt im Gelände bringen andere Herausforderungen mit sich, als Seitengänge auf dem Reitplatz. Dies in Bezug auf die Kraft, aber auch die Balance und die Belastung der Strukturen. So individuell jeder Körper und jedes Wesen sind, desto unterschiedlicher muss der Trainingsaufbau und vor allem die Dauer des Trainings sein. Also lässt sich zusmmenfassend sagen: Muskeln am Boden trainieren, mit max. 5 Minuten reiten anfangen, nicht täglich reiten, auch beim trainierten Pferd Intervalle einbauen, die im optimalen Fall nicht länger als 20-30 Minuten sind und die Art des Belastung variieren.

Wie Gewicht reduzieren?

Wenn du für dich die Rechnung gemacht hast und nun bemerkst, dass du Gewicht reduzieren musst, dann mach es bitte. Reite in der Zeit bereits weniger bzw. in Intervallen, bewege dich mehr und fange doch mit dem Fasten in Intervallen an. Ich praktiziere seit wenigen Wochen das 16/8 Intermitten Fasten. Es hat mir geholfen bereits in kurzer Zeit 3,5 kg abzunehmen, ohne zu "hungern" und dies offenbar  auch nachhaltig.

Hier findest du Informationen dazu: Fasten

 

Hier zudem eine historische Info aus dem Buch "Die Kelten", Gerhard Hem, 1975, Seite 96:

"Die Kelten bemühten sich, nicht fett oder schmerbäuchig zu werden.

Sie bestraften jeden Jüngling, dessen Gürtelmass den gesetzten Standard überschritten."

 

Also ging es auch früheren Generationen und Reitern so und wir müssen uns einfach wieder darauf besinnen und mit neuesten Erkenntnissen kombinieren.

Ist Reiten nun schädlich für das Pferd?

 

Reiten hat ein grosses Potenzial, dem Pferd zu schaden. Sei es durch Trageerschöpfung, Lahmheit oder Kissing Spines. Dies vor allem bei zu hoher Belastung durch den Reiter und gesundheitsschädlicher Körperhaltung des Pferdes, unabhängig von der Reitweise. Es liegt in unserer Verantwortung, den Pferden nicht zu viel zuzumuten und ihren Bedürfnissen gerecht zu werden.

 

Ich wünsche dir eine wunderbare Zeit mit deinem Pferd und dass du für EUCH BEIDE die richtige Entscheidung triffst!