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Die Stimme des Pferdes im Reitunterricht

Wenn du meinen Blog und meine Facebook-Seite bereits kennst ist dir sicherlich bewusst, dass die Meinung und die Stimme der Pferde für mich eine grosse Bedeutung haben. Ich mag diesen Ausspruch immer noch sehr gerne: Pferde schulden uns nichts!

In meinem Zusammensein mit Pferden, und auch mit den Pferden meiner Kunden, achte ich immer sehr auf ihre Bedürfnisse.  Doch wie geht das, wenn Unterricht geplant ist? Ich möchte dies an einem Beispiel von Kinderunterricht erklären, so wie er vor wenigen Tagen stattgefunden hat.

 

Mein Pferd weiss, dass es seine Meinung klar äussern darf und dass ich entsprechende Schlüsse daraus ziehen werde. Er weiss aber auch, dass es Grenzen gibt und natürlich auch ich meine Postion habe. Wir haben über die Jahre so eine wunderbare Kommunikation gefunden, die auch jetzt noch von Tag zu Tag immer schöner wird. Nun hatte ich kürzlich zwei Kinder da, die Zeit mit Samson und mir verbringen und auch gerne etwas reiten wollten. Doch wie geht man in dieser Konstellation nun mit der Stimme des Pferdes um?

 

Was ist, wenn das Pferd sich nicht reiten lassen möchte?

Mein Pferd zeigt deutlich, wenn er nicht geritten werden möchte. Er kommt dann zum Beispiel nicht zur Aufsteighilfe. Und wenn das so ist, wird entweder erst noch etwas vom Boden aus gemacht um ihn vorzubereiten, wobei er dann immer noch Nein sagen darf, oder wir machen an dem Tag einfach generell etwas anderes.

 

Was ist, wenn das Pferd generell nicht mitmachen möchte?

Wie bei der oberen Frage schon beschrieben wird dann nach einer Beschäftigung gesucht, zu dem er zu motivieren ist. Das kann auch ein Spaziergang mit grasen sein, oder eine Massage. Wenn er Nein sagt weiss ich, dass er einen guten Grund hat und das respektiere ich.

Was ist, wenn das Pferd noch ein wichtiges Bedürfnis hat, wie zum Beispiel sich zu wälzen?

Genau dieser Fall ist mit meinen Reitkindern eingetreten. Kaum waren wir auf dem Platz scharrte Samson und zeigte klar, dass er gerne wälzen würde. Ich brach seine Handlung einmal ab, da er bereits gesattelt war. Als er dann aber wieder zu scharren begann, sattelten wir ab und liessen ihn frei. Er wälzte sich kurz darauf genüsslich und eie Kinder holten danach im Stall zwei Bürsten, um den Rücken wieder putzen zu können. Danach konnten beide auf ihm Reiten und es machten allen sichtlich Spass.

Es ist so wunderbar, wenn Kinder und Pferd eine gute Zeit miteinander haben und beide gesehen werden. Nur so macht in meinen Augen Kinderunterricht Sinn! Unterricht muss immer auf Augenhöhe stattfinden und beide müssen sich entfalten dürfen!

 

Ich freue mich auf weitere wunderbare Momente, auf die Stimmen der Pferde im Reit- und Kinderunterricht und diese Stimmen interessierten Menschen erklären zu dürfen!